Schüler der VHS Duisburg werden bei bundesweitem Schreibwettbewerb ausgezeichnet
19. Februar 2026
Ein Zeichen für Zusammenhalt und gegen das Vergessen: Der aktuelle Vorkurs im Zweiten Bildungsweg der Volkshochschule Duisburg, bei dem Teilnehmende Schulabschlüsse nachholen können, hat sich beim bundesweiten Wettbewerb „Schreib für Hanau – Deine Worte für Zusammenhalt in Vielfalt“ gegen zahlreiche Einsendungen aller Schulformen aus ganz Deutschland durchgesetzt. Gemeinsam mit den Schülerinnen undSchülern der zehn weiteren ausgezeichneten Schulen ging es für die Duisburger Delegation zur Preisverleihung nach Berlin.
Der von der „Initiative Kulturelle Integration“ ins Leben gerufene Wettbewerb erinnert an den rechtsextremistischen Anschlag vom 19. Februar 2020. Ziel ist es, der Opfer zu gedenken und ein Signal für gesellschaftliche Vielfalt zu setzen. Eine hochkarätige Jury wählte aus über hundert Einreichungen die zehn besten Texte sowie eine Gruppenarbeit aus.
Bildungsdezernentin Astrid Neese zeigt sich beeindruckt und stolz: „Mit ihren Texten haben sie nicht nur literarisches Talent bewiesen, sondern auch Haltung, Mut und gesellschaftliche Verantwortung gezeigt. Ihr Erfolg macht deutlich, wie viel Kraft, Reflexion und Engagement in ihnen steckt.“
Bei der Preisverleihung in der Staatsbibliothek zu Berlin trugen die Schülerinnen und Schüler aus sieben Bundesländern ihre Texte vor. Diese thematisieren in verschiedenen literarischen Formen Ausgrenzung durch Mobbing, Rassismus, Homophobie und Islamophobie und erinnern an die Menschen, die in Hanau zu Opfern wurden.
Die sieben Teilnehmenden der VHS Duisburg, deren eigenen Biografien zum Teil von Flucht und Neuanfang geprägt sind, sorgten für einen besonderen Moment: Im Publikum saß Serpil Temiz Unvar, die Mutter des beim Anschlag ermordeten Ferhat Unvar. Sie hörte vor Ort den Brief, den die Jugendlichen vorlasen und der direkt an ihren Sohn Ferhat gerichtet war. Diese unmittelbare Begegnung zwischen den Verfassern und der Mutter des Opfers berührte Jury und Publikum gleichermaßen.
Möglich wurde diese Leistung das große Engagement der Lehrkräfte Julia König und Michael Hinssen. Bereits wenige Tage vor der Berlin-Reise hatte VHS-Leiter Volker Heckner den Erfolg im Rahmen der Zeugnisübergabe gewürdigt: „Der Erfolg unseres Vorkurses erfüllt uns mit großer Freude und tiefem Respekt. Die Teilnehmenden haben mit beeindruckender Sensibilität,sprachlicher Stärke und viel Empathie gearbeitet. Dieser Gewinn zeigt, wasmöglich wird, wenn junge Menschen ernst genommen, begleitet und ermutigt werden.“