Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Wolfgang Braun
23. Dezember 2025
Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert sich Wolfgang Braun für die Erinnerungskultur und die Stärkung der Demokratie. In Anerkennung seiner Verdienste um Staat und Volk hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Wolfgang Braun das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn überreichte Wolfgang Braun die Auszeichnung am Freitagnachmittag in einer feierlichen Stunde im Mercatorzimmer.
„Sie haben sich in außergewöhnlicher Weise für unsere Gesellschaft verdient gemacht, indem Sie dort aktiv werden, wo andere oft wegschauen“, sagte Bürgermeisterin Klabuhn und würdigte den Geehrten als „Mann des Dialogs“, der den Blick für Unrecht schärfe und mahne, wachsam zu bleiben.
Denn seit mehr als 20 Jahren ist der 70-jährige Sozialwissenschaftler aktivesMitglied im Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“, der 1993 gegründet wurde. Schwerpunkte des Vereins sind die Auseinandersetzungen mit den NS-Verbrechen, dem Unrecht des SED-Regimes, dem politischen Extremismus sowie die Stärkung der Demokratie und die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements und der politischen Teilhabe.
Seit 2001 koordiniert und organisiert Wolfgang Braun die regionale Arbeitsgruppe und fungiert inzwischen auch als ihr Sprecher. Unter seiner Leitung hat sich die Arbeitsgruppe Rhein-Ruhr-West zu einer festen Größe der politischen Bildungsarbeit in der Region entwickelt - „zu einer Art mobilen VHS für die demokratische Aufklärung“, wie es in der Ordensbegründung heißt. Der Duisburger war an rund 300 Veranstaltungen wie Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Zeitzeugengesprächen, Gedenkstättenfahrten, Filmvorführungen und Schülerprojekten beteiligt und verantwortete deren Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Dabei übernahm Wolfgang Braun zentrale Aufgaben wie Mittelbeschaffung, Referentenansprache, Kooperationsaufbau, Moderation und Pressearbeit.
Darüber hinaus prägte er bedeutende Gedenk- und Demokratieformate in Duisburg, darunter den jährlichen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus sowie Veranstaltungen zum Verfassungstag. Mit der Initiative „Duisburg plural“ und dem Aufbau eines breiten lokalen Netzwerks stärkte er die zivilgesellschaftliche Bildungsarbeit nachhaltig und erlangte große Anerkennung auf regionaler wie auch auf überregionaler Ebene.