Bodenschutzgebiet Duisburg

In der Geschichte Duisburgs nimmt die Schwerindustrie eine große Rolle ein. Kohle und Stahl prägten die Stadt über Jahrzehnte hinweg - und noch heute ist Duisburg der größte Stahlstandort in Europa. Das Erbe dieser Zeit ist nicht nur in Form von beeindruckenden Bauwerken, wie etwa solche im Landschaftspark Duisburg-Nord, erkennbar. Überreste dieser Vergangenheit finden sich leider auch im Boden unserer Stadt. Und zwar in Form von Schadstoffen wie etwa Blei und Cadmium. Sie entstammen industriellen Prozessen und haben sich vor allem in Form von Staub verteilt und über Jahre im Boden angereichert. Indem Teile von Duisburg als Bodenschutzgebiet ausgewiesen werden, entstehen rechtlich verbindliche Regeln, die den Umgang mit den belasteten Böden festlegen und so den Schutz der Gesundheit der Menschen sicherstellen. 

Bodenbelastung

Die Stadt Duisburg hat bereits vor vielen Jahren als eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen eine Bodenbelastungskarte erstellt, um die Belastungen in der Stadt systematisch zu erfassen und notwendige Maßnahmen ergreifen zu können. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass keine extreme Gesundheitsgefahr besteht. Dennoch ist Vorsicht geboten. Da von solchen Bodenbelastungen jedoch in erster Linie Kleinkinder, die beim Spielen belasteten Boden verschlucken könnten, und Gartenbesitzer, die selbst angebautes Gemüse verzehren, betroffen sind, hat die Stadt Duisburg bereits im Jahr 2002 Empfehlungen zum Anbau von Nutzpflanzen und Hinweise für das Verhalten spielender Kinder herausgegeben. Besonders belastete Flächen wurden zudem aufwändig saniert. Dazu zählten etwa Kinderspielplätze und Kleingartenanlagen. 

Durch die Schwerindustrie in Duisburg haben sich über Jahrzehnte Schadstoffe in vielen Teilen der Stadt in den Böden abgelagert. Über die Wurzeln von Nutzpflanzen kann es in das Gemüse gelangen, welches im eigenen Garten angebaut wird und bei Verzehr die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen. In den hochbelasteten Bereichen wurden vielerorts Flächen aufwändig saniert. Eine Alternative zum Anbau in unbelasteten Erdmaterial bieten zum Beispiel Hochbeete.

Anbau von Obst und Gemüse

Um auch die gefahrenfreie Nutzung von Hausgärten in Duisburg sicherzustellen, hat die Stadt Duisburg die vom Gesetzgeber vorgesehene Möglichkeit genutzt, eine Bodenschutzgebietsverordnung festzulegen. Hierin werden im Wesentlichen Vorgaben zum Anbau von Obst und Gemüse in den Hausgärten gemacht. Wichtig ist, dass weder der Anbau noch der Verzehr von Obst und Gemüse aus eigenem Anbau gefährlich sind, wenn die in dieser Verordnung beschriebenen Flächenbeschränkungen eingehalten werden. Der Rat der Stadt Duisburg hat am 19.09.2022 die Festsetzung der Verordnung beschlossen. Seit dem 01.11.2022 ist die Bodenschutzgebietsverordnung in Kraft.

Der Anbau von Gemüse in Bereichen des Bodenschutzgebiets Duisburg unterliegt bestimmten Beschränkungen. Außer auf sanierten oder unbelasteten Grundstücken ist in Wanheim-Angerhausen und Teilen von Hüttenheim das Anbauen von Gemüse nicht erlaubt. In Bereichen der Bezirke Süd, Mitte und Rheinhausen muss der Nutzpflanzenanbau auf 10 Quadratmeter beschränkt werden.

Befristete Verordnung

Die Belastung der Böden wird von der Stadt Duisburg auch in Zukunft regelmäßig überprüft. Daher wurde die Verordnung auf eine Geltungsdauer von 15 Jahre befristet. Vor Ablauf der Frist werden wir die Situation erneut bewerten, um dann entscheiden zu können, ob eine Verlängerung notwendig ist. So wollen wir sicherstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger sicher und sorgenfrei Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verzehren können. 

Bodenschutzgebiet Duisburg-Süd

Geltungsbereich Süd - Details entnehmen Sie dem Karten-Download

Das Bodenschutzgebiet wurde zunächst mit dem Geltungsbereich „Süd“ festgesetzt, der Bereiche südlich der Ruhr und östlich des Rheins umfasst. Künftig soll es aber um einen betroffenen Bereich westlich des Rheins erweitert werden. Wo genau das Bodenschutzgebiet gültig ist, können Sie auf diesen Karten einsehen:

Das Bodenschutzgebiet mit dem Geltungsbereich Süd befindet sich im Stadtgebiet östlich des Rheins und südlich der Ruhr. Es ist in zwei Teilgebiete unterteilt, wobei die Bodenbelastungen in Wanheim-Angerhausen und Hüttenheim (Teilgebiet 1) deutlich höher sind als in den anderen betroffenen Teilen der Bezirke Mitte und Süd (Teilgebiet 2). 

Im Teilgebiet 1 wurden bereits umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durch den AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung – durchgeführt.  In der Rechtsverordnung zum Bodenschutzgebiet sind allgemeine Ausführungen zur Sanierung der Hausgärten enthalten. Für nicht sanierte Grundstücke im Teilgebiet 1 ist der Anbau von Nahrungspflanzen generell nicht erlaubt.  

In Teilgebiet 2 sind keine aufwändigen Sanierungsmaßnahmen erforderlich, eine Beschränkung des Nahrungspflanzenanbaus auf 10 Quadratmeter je Garten ist hier als Maßnahme ausreichend. Baum- und Strauchobst sind hiervon nicht betroffen und können weiter uneingeschränkt angebaut werden.

Viele Hintergrundinformationen zum Bodenschutzgebiet finden Sie in der ausführlichen Informationsbroschüre Bodenschutzgebiet Duisburg  sowie in kompakterer Form in unserem Faltblatt.  

Hier finden Sie den Verordnungstext zum Bodenschutzgebiet Duisburg, der am 01.11.2022 in Kraft getreten ist.

Bodenschutzgebiet Erweiterungsbereich West

Nach der Festsetzung des Bodenschutzgebiets Duisburg mit dem Geltungsbereich Süd wird das öffentliche Beteiligungsverfahren für die Erweiterung West durchgeführt.  

Übersichtskarte Erweiterung - Details entnehmen Sie dem Karten-Download

Der Erweiterungsbereich West befindet sich im Stadtgebiet westlich des Rheins. Es sind hier deutlich kleinere Bereiche betroffen als im Süden. Zudem liegen westlich des Rheins auch wesentlich niedrigere Belastungen vor.  

Daher gelten im Westen die Regelungen wie im Teilgebiet 2 auf der anderen Rheinseite: eine Beschränkung des Gemüseanbaus auf 10 Quadratmeter je Garten. 

Den geplanten Erweiterungsbereich können Sie dem folgenden Plan entnehmen: