CO2-Pipeline: Was bedeutet das geplante Projekt für Duisburg?
Was bedeutet der geplante Delta Rhine Corridor für Duisburg? Welche Auswirkungen könnte die Kohlendioxid-Transportleitung auf Natur und Wald haben? Welche Alternativen gibt es zur vorgesehenen Trassenführung?
Hier finden Sie Informationen zum Projekt, zum aktuellen Planungsstand und zur städtischen Position.
Mit dem Großprojekt „Delta Rhine Corridor“ plant die Open Grid Europe (OGE) den Bau einer rund 200 Kilometer langen Kohlendioxid-Transportleitung. Die vorgesehene Trasse verläuft von Nord nach Süd entlang der östlichen Stadtgrenze Duisburgs und könnte wertvolle Natur- und Waldgebiete erheblich beeinträchtigen.
Wertvolle Natur- und Waldbestände im Fokus
Die bisherigen Planungen der OGE sehen eine Trasse vor, die auch ökologisch wertvolle und sensible Waldgebiete betrifft. Für die Bauarbeiten ist in sensiblen Bereichen, beispielsweise im Wald, ein Arbeitsstreifen von 27,50 Metern Breite vorgesehen. Damit wären erhebliche Rodungen verbunden. Betroffen sein könnten auch besonders alte Bäume, darunter eine 189-jährige Stieleiche und eine 119-jährige Rotbuche an der Mülheimer Straße.
Stadt Duisburg fordert die Prüfung von Alternativen
Die Stadt Duisburg fordert, dass alternative Trassenführungen ernsthaft geprüft werden. Dabei geht es insbesondere um die Möglichkeit, die Leitung entlang bereits bestehender Infrastrukturen zu führen und Eingriffe in Natur und Wald zu vermeiden oder zu verringern.
Informieren und den Planungsprozess nachvollziehen
Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Raumverträglichkeitsprüfung (RVP). In dieser Phase werden die möglichen Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Landschaft überschlägig geprüft und unterschiedliche Trassenmöglichkeiten betrachtet. Anschließend folgt das Planfeststellungsverfahren, in dem über die Zulässigkeit des Vorhabens entschieden wird.
Im Überblick: Geplante Kohlendioxid-Transportleitung – Sachstand, Betroffenheit und Forderungen der Stadt
Projekt CO2-Pipeline
- Gesamtvorhaben: Die OGE plant den Bau einer rund 200 km langen Kohlendioxid-Transportleitung.
- Aktueller Verfahrensstand: Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Raumverträglichkeitsprüfung (RVP). Dabei wird geprüft, ob die geplante Leitung mit den räumlichen Gegebenheiten und den Belangen von Umwelt und Mensch vereinbar ist. Im Anschluss folgt das Planfeststellungsverfahren, in dem über die Zulässigkeit des Vorhabens entschieden wird.
- Flächenbedarf während der Bauphase: In sensiblen Bereichen, beispielsweise im Wald, wird ein 27,50 Meter breiter Arbeitsstreifen benötigt.
- Schutzstreifen nach Fertigstellung: Entlang der Leitung verbleibt ein 10,0 Meter breiter Schutzstreifen, dessen Nutzung rechtlich gesichert werden muss.
Wie das Stadtgebiet betroffen ist
Geplante Trassenführung
- Der von der OGE bevorzugte Trassenkorridor verläuft von Nord nach Süd direkt an der östlichen Stadtgrenze Duisburgs.
- Ein zentraler Knotenpunkt liegt im Bereich der Ruhraue Meiderich.
- Die Fortführung erfolgt im Westen über Essenberg, Moers Schwarfheim / Holderberg bis nach Krefeld.
Eingriffe in den Waldbestand
- Waldflächen: Der vorgeschlagene Korridor führt in den betroffenen Abschnitten zu einer 100%igen Waldinanspruchnahme.
- Alte Baumbestände: Besonders betroffen sind ökologisch hochwertige Bäume und Bestände:
- Mögliche Folgeprobleme: Auf bestehenden Pipelinestreifen breiten sich erfahrungsgemäß häufig invasive Pflanzenarten aus.
Hauptkritikpunkte
- Ablehnung von Waldtrassen: Die Stadt lehnt die Inanspruchnahme von Waldflächen grundsätzlich ab. Gründe sind Klimaschutz, Artenschutz und die Bedeutung des Waldes als Naherholungsgebiet.
- Kritik an der Trassenabwägung der OGE: Ein aus naturschutzfachlicher Sicht sinnvollerer Alternativkorridor durch den Duisburger Hafen und entlang der Stadtgrenze Duisburg / Düsseldorf wird von der OGE aufgrund der größeren Leitungslänge und der damit verbundenen Kosten abgelehnt.
Forderungen der Stadt Duisburg
Die Stadt fordert in ihrer Stellungnahme die verbindliche Prüfung alternativer Trassenführungen entlang bereits bestehender Infrastrukturen (Leitungsbündelung). Konkret werden folgende Bereiche genannt:
- Hochspannungstrassen im Duisburger Norden
- Bundesautobahn 3 (BAB 3)
- Bereich der bestehenden Kohlenmonoxidleitung im Duisburger Süden
Kontakt
Anschrift
47051 Duisburg

