Fabian Wüst will zu Olympia: In seinem Alter ist er Deutschlands Schnellster

2,2 Meter pro Sekunde Rückenwind - leider exakt 0,2 Meter zu viel. Sonst hätte sich Fabian Wüst bereits jetzt in die deutschen Leichtathletik-Annalen eingetragen.

Der zu starke Rückenwind verhinderte einen neuen deutschen Rekord in der Altersklasse M15. 10,53 Sekunden war der Duisburger 2025 im Finale der Deutschen Meisterschaften über 100 Meter gesprintet – eine fabelhafte Zeit. Mit Gegenwind lief der heute 15-Jährige bereits im Vorlauf als erster über die Ziellinie, in 10,79 Sekunden. Deutscher Meister U16 ist er bereits - nun möchte Fabian den nächsten Schritt gehen: bei den Erwachsenen zu Olympia.

Warmmachen für Olympia? Fabian verfolgt seinen Traum mit Disziplin und Leidenschaft.

Ein Traum als Motivation

Doch das ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Fabian geht trotzdem nicht die Puste aus. „Dieser Traum, einmal bei Olympia dabei zu sein - am besten dann auch noch in der Staffel mit meinen Freunden - motiviert mich ungemein“, sagt er. Dafür opfert der Zehntklässler der Gesamtschule Süd viel Freizeit. Bis zu sechsmal pro Woche trainiert er bei seinem Heimatverein Eintracht Duisburg, wo er als Achtjähriger angefangen hat, oder am Olympiastützpunkt in Köln. Inzwischen startet er gegen Ältere. Sein Ziel ist es, dieses Jahr bei den U18-Europameisterschaft in Rieti (Italien) anzutreten, falls er sich dafür qualifiziert.

Während sich Klassenkameraden einen Burger gönnen, lebt Fabian strikt nach Ernährungsplan. „Man gewöhnt sich dran.“ Denn das Ziel ist klar: Spätestens 2032 im australischen Brisbane möchte Fabian Wüst dorthin, wo Nele Moos schon war – zu Olympischen bzw. Paralympischen Spielen.

Sprinttraining zweier Duisburger Ausnahmeathleten: Nele Moos und Fabian Wüst.

Die 24-Jährige gewann 2024 bei den Paralympics Silber im Weitsprung und fungiert nun als Duisburgs sogenannter „Local Hero“ für die gemeinsame Bewerbung von „KölnRheinRuhr“ um Olympische Spiele in NRW 2036, 2040 oder 2044. Die Parallelen sind groß: Auch Nele besuchte die Gesamtschule Süd. „Wir waren beide in der 10a“, lacht sie. Auch Nele wurde sportlich bei der Eintracht im Sportpark Wedau groß.

„Ja, inzwischen sind wir durchaus eine Talentschmiede“, sagt Fabians Trainer Stefan Kerl nicht ohne Stolz. Und Fabian könnte der nächste Medaillengewinner werden. Talent und Erfolge sind vorhanden, auch die körperlichen Voraussetzungen stimmen. Mit seinen bereits 1,94 Meter Körpergröße bringt Fabian Wüst eine enorme Übersetzung mit.

Nele Moos zeigt Fabian Wüst ihre Silbermedaille von Paris und in einem Fotoalbum die schönsten Momente ihrer olympischen Reise.

„2036 wäre er mit 26 Jahren im besten Sprinteralter“, findet Trainer Stefan Kerl. Und Fabian gerät, kurz bevor er ins Frühjahrstrainingslagern nach Portugal abreist, durchaus ins Träumen: „Olympia zu Hause wäre schon der Wahnsinn. Allein auf die Gemeinschaft mit anderen Athleten würde ich mich sehr freuen.“

Und wer weiß – vielleicht ist die Familie Wüst dann sogar doppelt vertreten. Fabians zehnjährige Schwester strengt sich an, es ihrem großen Bruder im Hürdenlauf oder Hochsprung gleichzutun…

 


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