Schlag für Schlag Richtung Olympia: Boxer Jason träumt von Gold in NRW
Hier boxt sich einer nach oben. Jason André Sovva aus Duisburg steigt nicht nur in den Ring, sondern hat dabei stets die Olympischen Ringe vor Augen. Der 17-Jährige träumt von Gold – am liebsten im eigenen Bundesland.
„Ich habe international schon alle Wettbewerbe geboxt. Nur Olympia fehlt noch. Und dort will ich auch gewinnen“, sagt der ehrgeizige junge Mann. Sechsmal pro Woche trainiert er für seinen sportlichen Traum im Landesleistungsstützpunkt von Schwarz-Weiß Westende Hamborn (Öffnet in einem neuen Tab)oder im Olympiastützpunkt in Köln. Wenn andere Jugendliche Party machen, schnürt Jason die Boxhandschuhe, absolviert Treppenläufe, strapaziert die Pratzen seiner Trainer und die Sandsäcke an der Hallendecke. Mit Erfolg.
Der Elftklässler der Gesamtschule Emschertal wurde 2025 Deutscher Vizemeister in der Gewichtsklasse Halbmittelgewicht (65–70 kg) und belegte bei den Weltmeisterschaften 2023 den neunten Rang. Beim Brandenburg Cap, dem größten deutschen Turnier seiner Altersklasse, brachte Jason den fünffachen US-Meister José Vazquez an den Rand einer Niederlage. „Jason hat schon knapp 70 Kämpfe auf höchstem Niveau bestritten“, fasst sein stolzer Vater Eugen Sovva zusammen.
Für Turniere wird der gebürtige Dinslakener von der Schule freigestellt. „Das geht aber nur, weil er überall Einsen und Zweien hat. Das Abitur geht vor“, betont Papa Eugen. Doch dieses eine große Turnier – das fehlt noch in Jasons Vita: Olympia – am liebsten vor heimischem Publikum. Duisburg ist eine von 17 Partnerkommunen, die sich unter dem Namen KölnRheinRuhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Auch wenn Jason dann kein Nachwuchsboxer mehr wäre und für seinen Sport die Essener Grugahalle als Austragungsort vorgesehen ist, formuliert er mögliche Heimspiele als Ziel: „Das wäre super. Es gäbe nichts Besseres, als die Olympiade als Sportler mitzuerleben.“
Ewiger Kampf mit sich selbst
Im Nationalkader hat sich Jason André Sovva bereits fest etabliert. „Er ist einfach extrem fleißig“, sagt sein Coach Ali Eran. Schlafen, Schule, Training – alles in Dauerschleife. „Das stört mich nicht. Ich fühle mich wohl beim Training. Man muss im Leben Entscheidungen treffen. Und hier geht es um meine Zukunft.“
Der Weg zu einer olympischen Medaille ist zwar noch lang, wurde aber schon im Grundschulalter vorgezeichnet. Papa Eugen war selbst aktiver Boxer und nahm seine Söhne Jason und Nathan (8, Deutscher Meister im Thaiboxen) früh mit in die Halle. „Ich boxe, seit ich sieben bin“, erzählt Jason. „Ich bin damit groß geworden. Boxen ist ein ewiger Kampf mit mir selbst. Der Sport ist nicht nur sehr physisch, sondern vor allem mental anspruchsvoll. Das Meiste hängt von der Mentalität, der psychischen Stärke ab. Man kann beim Boxen das Beste aus sich herausholen.“
Vielleicht sogar Olympia-Gold … frühestens 2028 in Los Angeles oder eben später in NRW. Jason schwärmt: „Das wäre eine richtig große Sache – nicht nur für mich und den Verein, sondern für Duisburg und ganz Deutschland.“






