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Wo Wasser Geschichte schreibt

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg

Duisburg ist eine Stadt, die auf Jahrtausende Geschichte zurückblickt und sie bis heute begreifbar macht. Römerlager und Kaufmannsstadt, Bergbau und Binnenschifffahrt, Industriedenkmäler und Aufbruch – überall in der Stadt findet ihr Spuren, die euch erzählen, wie sich Duisburg entwickelt hat.

Wo Wasser Geschichte schreibt

Duisburg wäre ohne die Binnenschifffahrt nicht das, was es heute ist. Im ehemaligen Jugendstilhallenbad in Ruhrort taucht ihr im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt ein in die größte Sammlung ihrer Art. Vom Einbaum aus der Steinzeit bis zum modernen Containerriesen spannt sich der Bogen, und statt bloß zu schauen, seid ihr mittendrin: am Steuerrad, zwischen Modellen und maritimen Geräten.

Nur draußen am Hafenmund geht‘s noch authentischer! Dort liegen die Museumsschiffe wie der Seitenraddampfer Oscar Huber oder der historische Schwimmbagger Minden, die Technikgeschichte zum Anfassen lebendig machen. Sonderausstellungen greifen regelmäßig neue Themen auf, von regionalen Geschichten bis zu aktuellen Fragen rund ums Wasser. Tipp: Donnerstags gilt „Pay what you want“.

Duisburg in allen Zeiten

Wenn ihr verstehen wollt, was Duisburg zu der Stadt gemacht hat, die sie heute ist, führt kein Weg am Kultur- und Stadthistorischen Museum vorbei. Hier springt ihr von römischen Münzen über mittelalterliche Kaufmannshäuser bis zu einem waschechten Büdchen [DF1] wild durch die Jahrhunderte. Besonders spannend ist die Mercator-Schatzkammer: Der berühmte Kartograph Gerhard Mercator lebte und wirkte in Duisburg. Seine Globen, Karten und Instrumente zeigen eindrucksvoll, wie Weltbilder damals gezeichnet wurden. Mit der Ausstellung Cash! entdeckt ihr außerdem die Geschichte des Geldes und wie eng Handel, Kultur und Austausch schon immer zusammenhingen. Wechselausstellungen setzen immer neue Impulse und zeigen, dass Geschichte nie abgeschlossen ist.

Frohsinn mit Tradition

Wer glaubt, Karneval sei nur Kostüm und Konfetti, war noch nicht im 1. Niederrheinischen Karnevalsmuseum. Hier lebt das närrische Brauchtum mit all seiner Farbe und Geschichte auf. Über 4.000 Orden, prächtige Uniformen, Standarten, Narrenzepter und Perücken lassen euch eintauchen in eine Welt voller Frohsinn und Stolz. Das Museum zeigt, wie tief der Karneval in Duisburg als Tradition, Kultur und Gemeinschaftserlebnis verwurzelt ist. Es ist ein Ort des Schmunzelns, aber auch der Bewahrung: Hier wird dokumentiert, was den Karneval am Niederrhein einzigartig macht.

Schule wie früher

Wie sah Unterricht vor über 100 Jahren aus? Im Lehrerhaus Friemersheim tretet ihr zurück in die Schulzeit um 1900. Das denkmalgeschützte Gebäude zeigt ein liebevoll rekonstruiertes Klassenzimmer mit Schiefertafeln, Griffeln und Schulbänken und gleich nebenan die Wohnräume der Lehrerfamilie. Bis 1955 war das Haus tatsächlich bewohnt, heute ist es ein Zeitfenster in eine Epoche, in der Leben und Beruf eng miteinander verwoben waren. Ein Blick durchs Schlüsselloch in eine Welt von Rohrstock, Dorfschule und dörflichem Alltag.

Museen zwischen Kunst und Geschichte

Auch die Kunstmuseen Duisburgs erzählen Geschichte – von Stadt, Architektur und Sammlungslust. Das MKM Museum Küppersmühle ist ein architektonisches Statement: Eine ehemalige Mühle, saniert von Herzog & de Meuron, beherbergt heute eine der wichtigsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. 2021 kam ein Erweiterungsbau hinzu. Das Museum DKM ist leiser, aber nicht weniger intensiv. In 51 Räumen spannt es von antiken Objekten bis zu zeitgenössischer Minimal Art einen Bogen über 5.000 Jahre Kulturgeschichte. Zurückhaltend inszeniert, lädt es ein, sich voll und ganz auf die Kunst einzulassen. Beide Häuser sind starke Symbole dafür, wie Duisburg Vergangenheit bewahrt und gleichzeitig Neues schafft.

Geschichte hautnah erleben

Wer Geschichte nicht nur sehen, sondern erleben will, sollte sich einer Stadtführung anschließen. Besonders eindrücklich sind die inszenierten Touren: Gerhard Mercator, der weltberühmte Kartograph führt euch höchstpersönlich – oder besser gesagt: ein Schauspieler in seiner Rolle – durch die Duisburger Altstadt. Mit Wissen, Witz und Weitblick zeigt er das Duisburg des 16. Jahrhunderts, erzählt von Karten, Atlanten und einer Welt, die größer wurde.

Bei der Hexenführung schlüpft die Gästeführerin in die Rolle der Agnes Muisfeltz, einer Frau, die 1561 als Hexe angeklagt wurde. Zwischen Erzählungen über Aberglauben und Angst erlebt ihr eine Zeitreise in ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte.

Zwischen Rathaus, Salvatorkirche, Königstraße und Theaterplatz entdeckt ihr die Stadt bei der Innenstadtführung von der mittelalterlichen Stadtmauer bis zur modernen Brunnenmeile. Ihr erlebt hautnah, wie Kunst, Architektur und Stadtentwicklung ineinandergreifen.

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