Schiller-Schule Bochum

Die Schiller-Schule Bochum ist ein städtisches Gymnasium. 2019 feierte die Schule ihr hundertjähriges Jubiläum und wurde mit dem 2. Platz des Deutschen Schulpreises für die hohe Unterrichtsqualität und ihre Konzepte zum digitalen Lernen, der individuellen Förderung sowie der umfassenden Demokratiebildung ausgezeichnet.

Wir als Schiller-Schule möchten unsere Schüler*innen zu mündigen Staatsbürger*innen erziehen, die wissen, wie und wo sie sich für ihre Anliegen einbringen können. Daher sind wir überzeugt, dass Demokratiebildung nicht an den Grenzen der Fachcurricula (z.B. Politik, Geschichte, Erdkunde, Religion, Fremdsprachen) enden darf, sondern darüber hinaus im Alltag integriert und eingeübt werden muss. Aus diesem Grund wird bei uns Schülermitbestimmung auf allen Ebenen großgeschrieben und aus diesem Grund haben wir uns auf den Weg gemacht UNESCO-Schule zu werden.

Unsere Schwerpunkte

Klassensprecher*innen, Klassenrat und Schülervertretung

Am breitesten werden Schüler*innen neben der Wahl zum/r Klassensprecher*in beim Klassenrat gefordert. Die Klassensprecher*innen sammeln zuvor mithilfe ausgehängter Listen Vorschläge, Kritik und Danksagungen und erstellen daraus eine Tagesordnung für eine Klassenratssitzung. Diese findet in der Regel einmal im Monat, bei Bedarf auch öfter statt.


Anliegen aus dem Klassenrat, die die gesamte Schule betreffen, können als Antrag ans Schülerparlament gestellt werden. Hier diskutieren die Klassensprecher*innen aller Klassen und Jahrgangsstufen einmal im Quartal nach alterssortierten Fraktionen geordnet die eingereichten Anträge. Mehrheitlich verabschiedete Anträge werden der Schulleitung und Schulkonferenz zur Umsetzung vorgelegt.


Darüber hinaus bringen sich die Klassensprecher*innen sehr engagiert in unsere Schülervertretung (SV) ein, die jedes Schuljahr eine eigene Fahrt macht und dort Meinungsbildungsprozesse abstimmt und reflektiert, sowie neue Amtsinhaber*innen trainiert. Dass dieses Engagement über die Funktion der Klassensprecher*innen hinaus Interesse weckt, zeigt die Tatsache, dass wir seit Jahren eine große ASV haben, also Schüler*innen, die ohne Amt aber mit großem Interesse und Engagement die SV unterstützen. Die SV-Schüler*innen nehmen mit vollem Stimmrecht gleichberechtigt an dem höchsten Entscheidungsgremium unserer Schule, der Schulkonferenz, teil und bringen sich dort äußerst konstruktiv ein. Auf ihre Initiative hin ist die Schiller-Schule seit 2016 eine "Schule ohne Rassismus".

Parlamentssimulationen, "Jugend Debattiert" und Besuche von Stätten der Demokratie

Schüler*innen, die sich im Laufe der Sekundarstufe I besonders engagiert im Schulleben sowie in Englisch und einer Gesellschaftswissenschaft gezeigt haben, bekommen in der Sekundarstufe II die Chance an internationalen Parlamentssimulationen teilzunehmen: seit 1990 fährt jedes Jahr im November eine 15-köpfige Schülergruppe aus Q1 und Q2 begleitet von zwei Lehrer*innen unserer Schule zum "Model European Parliament" in Kerkrade (NL).

Seit 2012 nehmen wir auch an den "Oldenburg Model United Nations" teil. Die Schüler*innen nehmen hier die Rolle von UN-Delegierten ein und diskutieren globale Lösungen auf Englisch.

Seit dem Schuljahr 2018/19 nehmen alle Klassen der Jahrgangsstufe 9 im Rahmen des Deutschunterrichts an "Jugend Debattiert" teil. Sie lernen ihre eigene Meinung rhetorisch geschickt zu vertreten und einen fairen Diskurs zu pflegen.

Neben den Parlamentssimulationen und "Jugend Debattiert" ist es uns wichtig auch die Stätten der Demokratie mit Schüler*innen zu bereisen: so findet in der Q1 eine Berlinfahrt statt, zu deren Programm fest sowohl ein Bundestagsbesuch inklusive Treffen eines/r Abgeordneten gehört, als auch Orte der deutschen Diktaturen besucht werden. Letzteres ist auch Inhalt unserer Weimar-Buchenwald-Fahrt in der Jahrgangsstufe 9.

Weitere Aktionen zur Demokratieförderung

Personell profitiert unsere Schule davon, dass sich ein großes Team von engagierten Kolleg*innen und Schüler*innen gefunden hat, die gemeinsam sowohl die oben beschriebenen, fest implementierten Programme durchführen und begleiten, als auch punktuell Aktionen zur Demokratieförderung durchführen.

Das sind Fotoaktionen, Umfragen, Wahlsimulationen und Podiumsdiskussionen mit Politiker*innen im Vorfeld von Kommunal-, Landtags-, Bundes- und Europaparlamentswahl als auch die sogenannte Woche des Respekts. In der jährlich begangenen Woche des Respekts wird für ein tolerantes Miteinander und Respekt im Alltag geworben. Postkartenaktionen, Anti-Diskriminierungskampagnen und Unterrichtsprojekte sensibilisierten für dieses wichtige Thema.
Auch der Unterricht an unserer Schule ist so angelegt, dass er Partizipation einübt.

Das heißt nicht, dass hier inhaltlicher Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet werden. Allein der Lehrplan macht hier klare Vorgaben. Aber innerhalb der Lehrplanthemen werden Schüler*innen einbezogen bei didaktischen Entscheidungen zu Sozialform, Lern- und Präsentationsmethode, Medienwahl, Produktformat, Schwierigkeitsniveau und eigener Schwerpunktsetzung.

Wie aus der Demokratiegraphik deutlich wird, haben wir ein breites Verständnis von Demokratieerziehung, d.h. dass neben Prozessen politischen Lernens für uns auch soziale und emotionale Erfahrungen zum Kern einer demokratischen Gesellschaft beitragen, ebenso wie ein Höchstmaß an Transparenz und Mitwirkungsmöglichkeiten. 2017 wurden wir für unser Demokratiekonzept von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik mit dem ersten Platz beim Bundeswettbewerb "Demokratie erleben" ausgezeichnet, 2019 mit dem 2. Platz des Deutschen Schulpreises.

Kontakt

Matthias Wysocki

Koordinator für Schul- und Unterrichtsentwicklung der Schiller-Schule Bochum
E-Mail: Matthias.wysockiiserv-schiller-schulede

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