Kommunale Präventionsketten / KeKiz

Vorwort aus dem Bericht zur Lage der Familien in Marxloh (2018) des Beigeordneten Thomas Krützberg, Dezernent für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales

Seit dem Jahr 2012, in dem die Stadt Duisburg eine von 18 Modellkom­munen im von der damaligen Landesregierung ausgerufenen Modell­vorhaben „Kein Kind zurücklassen – Kommunen in NRW beugen vor“ wurde, ist sehr viel geschehen. Die Stadt Duisburg, bis dahin eine Kom­mune mit zurückgehender Einwohnerzahl, hat nun fast 500.000 Ein­wohner, die Landesregierung wird mittlerweile von einer anderen Par­teienkoalition geführt und das frühere Landesprogramm „KeKiz“ heißt nun Kommunale Präventionsketten Nordrhein-Westfalen.

Was sich nicht verändert hat, ist das gemeinsame Ziel aller Verantwort­lichen in Stadt und Land, nämlich Rahmenbedingungen für ein gelin­gendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Dieser Präventionsansatz soll in Duisburg entlang altersorientierter Module in den einzelnen Sozialräumen aufgebaut und verankert werden. Aus die­sem Grund freue ich mich, dass wir mit dem hier vorgelegten Bericht einen weiteren Sozialraum unserer Stadt auf seine Angebote für Fami­lien und Kinder hin betrachten und wichtige Ergebnisse präsentieren können.

Nach dem wir im Jahr 2015 mit dem Bericht zur Lage von Familien mit Kleinkindern in Hochfeld eine erste sozialräumliche Betrachtung in ei­nem Duisburger Stadtteil vorgenommen haben, wurde aufgrund die­ses Berichts und den anknüpfenden Gesprächen mit den Fachleuten vor Ort damit begonnen, festgestellte Versorgungslücken zu schließen. So konnten dank der Frühen Hilfen des Jugendamtes Angebote nach Hochfeld gebracht werden, die bis dato nur in der Innenstadt erreich­bar waren.

Auch der hier vorgelegte Bericht zur Lage der Familien in Marxloh folgt somit der Logik unseres Duisburger Ansatzes, dezentral durch Daten und Fakten die Situation der Kinder und ihrer Familien zu betrachten, um daran anschließend etwaige Versorgungsdefizite beseitigen zu kön­nen.

Mit Marxloh wurde ein Sozialraum ausgewählt, der exemplarisch dafür steht, warum sich Duisburg in den letzten Jahren zu einer jüngeren und einwoh­nerstärkeren Stadt gewandelt hat. Die Zuwande­rung von Familien mit Kindern aus Krisenregionen, aber insbesondere die Zuwanderung von Familien aus Südosteuropa, macht Duisburg, macht Marxloh jünger. Gleichzeitig stellt sie aber auch alle Akteure, die mit Kindern und Familien in Marxloh arbeiten, vor bisher kaum gekannte, gewaltige He­rausforderungen.

Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, Allen zu danken, die in Marxloh daran mitwirken, den dort lebenden Kindern ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen.

Selbstverständlich gilt mein Dank auch denen, die als Interviewpartner oder Mitglied der kommunalen Steuerungsgruppe „Kommunale Prä­ventionsketten“ maßgeblichen Anteil daran haben, dass dieser Bericht einen Blick auf die heutige Situation der Familien in Marxloh erlaubt, ebenso den Verantwortlichen des Landesprogramms „NRW hält zu­sammen“, mit deren finanzieller Unterstützung die Realisierung dieses Berichts möglich wurde.

Ich hoffe, mit dieser Veröffentlichung und den anschließenden Diskus­sionen positive Impulse im Interesse der Kinder und Familien in Marxloh und unserer gesamten Stadt anstoßen zu können.