Autonome Binnenschifffahrt

Das Projekt "Autonome Binnenschifffahrt" wurde durch die IHK Niederrhein für die Smart City Duisburg eingebracht.

Im November 2018 haben die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet und das DST – Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. eine Machbarkeitsstudie zum autonomen Fahren in der Binnenschifffahrt vorgelegt. Diese Untersuchung weist die Machbarkeit eindeutig nach. In der Entwicklung des automatisierten und (teil-)autonomen Fahrens in der Binnenschifffahrt werden vornehmlich folgende Chancen gesehen:

  • Entlastung des nautischen Personals und Entschärfung des Fachkräftemangels durch Assistenzsysteme und Systeme zum automatisierten Fahren;
  • durch Kostensenkungen können perspektivisch auch kleinere Schiffsgrößen wirtschaftlich betrieben werden;
  • Vermeidung von Unfällen durch menschliches Versagen und Erhöhung des Sicherheitsniveaus auf der Wasserstraße;
  • durch die mit dem autonomen Fahren einhergehende Digitalisierung und Vernetzung werden Voraussetzungen für eine bessere Verknüpfung der Verkehrsträger in den Binnenhäfen zu intermodalen Transportketten geschaffen.

Das Ruhrgebiet und der Großraum Duisburg sind optimal geeignet, um das autonome Fahren auf der Wasserstraße zu testen. Vor allem die Vielfalt der Güterarten und das Forschungs-Know-how sind ein Alleinstellungsmerkmal der Region. Grundvoraussetzung, um das autonome Fahren zu testen, ist die Einrichtung eines real existierenden Forschungsraums, in dem unter kontrollierten Bedingungen Forschung und Entwicklung zur Automatisierung des Fahrens, des Umschlags und anderer mit dem Transport auf der Wasserstraße verbundenen Vorgänge erfolgen und auch demonstriert werden können. Ein solches Testfeld als Labor, in dem das automatisierte Fahren mit realen (Test-)Schiffen erprobt wird, trägt dazu bei, dass Fachwissen aufgebaut wird, um markt- und wettbewerbsfähige Lösungsansätze für die Binnenschifffahrt zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund hat sich ein Konsortium von Niederrheinischer IHK Duisburg-Wesel-Kleve, DST, der Universität Duisburg-Essen sowie der RWTH Aachen zusammengefunden, um das automatisierte Fahren in der Binnenschifffahrt sukzessive zu entwickeln und diese Technologie innerhalb von 15 Jahren zur Anwendung zu bringen. Dafür werden aktuell Förderanträge beim Bund und beim Land NRW eingereicht.