Der Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug

Der Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug mit dem Verteilerkreis Kaßlerfeld und der Anbindung an die L140 ist eine der wichtigsten innerstädtischen Nord-Süd Verbindungen und die Anbindung des Hafens an das überörtliche Straßennetz.

Für Fußgänger und Radfahrer stellt er neben der Aackerfährbrücke derzeit die einzige Verbindung in den Duisburger Norden dar. Über den Brückenzug verläuft zudem die im 7,5 Minuten Takt verkehrende Straßenbahnlinie 901 (Mülheim Stadtmitte - Duisburg Hbf - Schleife Obermarxloh).

Unmittelbar am Südufer der Ruhr schließt der Verteilerkreis Kaßlerfeld an den Brückenzug an. Durch die Zunahme insbesondere des Schwerlastverkehrs ist der Verteilerkreis ebenfalls völlig überlastet. Hinzu kommt die ungesicherte Querung für die Straßenbahnlinie 901 und ein hohes Gefährdungspotential für Radfahrer und Fußgänger.

Die Strombrücke über die Ruhr hat nunmehr ein Alter von über 100 Jahren und damit ihre vorgesehene Nutzungsdauer erreicht. Das Brückenbauwerk über die Ruhr war Bestandteil der 1910 gebauten Hohenzollernbrücke in Köln und wurde als Ruhrbrücke 1949 in Duisburg weiter verwendet.

Neubau des Brückenzugs

Die gesamt Erneuerung des Brückenzuges ist in drei Bauabschnitte gegliedert: Der erste Bauabschnitt vom Tausendfensterhaus bis zur Nordseite des verfüllten Kaiserhafens wurde 2015 fertig gestellt und in Verkehr genommen worden.

Im April 2020 hat die Stadt Duisburg den Auftrag zum Neubau des Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzugs erteilt. Er umfasst die Neukonstruktion der Ruhr- und Hafenkanalbrücke, die die bestehenden Brücken ersetzen. Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt grünes Licht für die Baukosten gegeben hat, können die Arbeiten bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt Fahrt aufnehmen.

Der neue Brückenzug sieht die Beschleunigung der Straßenbahn durch einen separaten Bahnkörper, zwei Fahrstreifen pro Richtung für den motorisierten Individualverkehr mit Spurbreiten von 3,25 Meter für die rechte und 3 Meter für die linke Fahrspur sowie den Ausbau von beidseitigen getrennten Geh- und Radwegen vor.

Der Neubau des Brückenzuges erfolgt in der Achse der heutigen Bauwerke. Der Bauablauf für den gesamten Streckenabschnitt und insbesondere die provisorischen Verkehrsführungen werden ausreichend leistungsfähig abgewickelt. Verkehrseinschränkungen werden auf das unbedingt nötige Maß reduziert.

Die neuen Brückenbauwerke werden westlich des heutigen Brückenzuges auf provisorischen Widerlagern und Pfeilern errichtet. Diese Neubauten werden dann nördlich und südlich an den Bestand angeschlossen und unter Verkehr genommen.

Anschließend werden die Bestandsbauwerke zurückgebaut und die endgültigen Pfeiler und Widerlager errichtet. Nach deren Fertigstellung werden die neuen Brückenüberbauten in die endgültige Lage querverschoben. Am Nordende erfolgt dann der endgültige Anschluss an den Bestand. Am Südende wird die Ruhrbrücke zunächst provisorisch an den Kaßlerfelder Kreisel angeschlossen.

Im Anschluss an den Brückenbau soll der Umbau des Kreisels Kaßlerfeld und der Ruhrorter Straße mit den Anschlüssen der Straßen Am Brink und Ruhrdeich in einen lichtsignalgesteuerten, vierarmigen Knoten erfolgen.  

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