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Jugendlicher Pornokonsum – Was ist jugendspezifisch und ab wann wird’s problematisch?

Seminar 2

Sexualisierte Inhalte sind omnipräsent und gehören zum Alltag: Ob in der Werbung, in Filmen & Serien, im Kunst- und Kulturbetrieb, in der Populärkultur oder in sozialen Medien – es mangelt nur selten an entblößten und zur Schau gestellten Körpern. In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der nahezu jedes Kind ab dem 12. Lebensjahr ein Smartphone besitzt und laut aktueller JIM-Studie die 12 – 19-Jährigen durchschnittlich 231 Minuten am Tag online sind, ist der Kontakt mit Pornografie alles andere als eine Seltenheit. Im Gegenteil, der erste Kontakt mit pornografischem Bildmaterial erfolgt mit ca. 11 Jahren. Im Zuge dessen berichten fast 28 % der Jugendlichen von Erfahrungen mit ungewolltem Kontakt zu pornografischen Inhalten, Tendenz steigend. Zeitgleich nimmt mit dem Einsetzen der Pubertät und dem Erwachen der sexuellen Neugier aber auch der freiwillige Konsum von pornografischen Inhalten zur sexuellen Stimulation zu. So weit so normal. 

Erst recht normal angesichts einer nahezu uneingeschränkten digitalen Verfügbarkeit und zumeist kostenlosen sowie weitestgehend anonym abrufbaren Inhalten. Softwarebasierte Jugendschutzmaßnahmen greifen hierbei kaum und werden von Heranwachsenden mit wenigen Mausklicks übergangen. Speziell für Jugendliche, aber auch für Erwachsene, gilt es, in jener Flut von pornografischen und oftmals misogynen Darstellungen den Unterschied zwischen Inszenierung und realer, analoger Sexualität zu erkennen und ein gesundes Sexualleben zu entwickeln, welches sich nicht an toxischen Rollenbildern und Maßstäben der Pornoindustrie orientiert. So weit so problematisch.

Oder etwa doch nicht so problematisch wie vor allem Fachkräfte glauben? Denn trotz der anhaltenden Hypersexualisierung im Netz, belegen Studien, dass die ersten sexuellen Aktivitäten unter Jugendlichen immer später erfolgen. Kann die „Generation Porno“ also besser zwischen Inszenierung und Realität unterscheiden als viel glauben? Und überhaupt: Wenn nach aktueller Studienlage 95% der Männer und 60 % der Frauen regelmäßig Pornos schauen, aber nur ein relativ geringer Anteil hiervon eine Nutzungsstörung entwickelt, warum dann all die Aufregung?

Der Workshop möchte jenen Fragen auf den Grund gehen und Fachkräften Möglichkeiten zum Austausch bieten. Wo liegen Gefahren aber auch Chancen in der Nutzung von online-Pornografie? Was bedeutet in dem Kontext eigentlich normal und wo liegt die Trennlinie zu einer Nutzungsstörung?? Wie können vor allem Jugendliche gegenüber schädlichen Inhalten sensibilisiert werden??? Wie ist die aktuelle Datenlage und was gibt es für Hilfsmöglichkeiten???? Was sind die Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag von Fachkräften????? Fragen über Fragen …

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen am Workshop teilzunehmen, der Orientierung bieten möchte und die Teilnehmenden im besten Fall dazu befähigt, zu diesen komplexen Fragestellungen eine individuelle Haltung zu entwickeln. 

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