Die Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“

Die Herausforderungen des Klimawandels fordern ein gemeinsames Klimaanpassungskonzept und wassersensible Städteplanung.

Beschreibung

Die moderne Städteplanung steht vor anspruchsvollen Herausforderungen aufgrund sich stetig ändernden klimatischen Bedingungen und den Anforderungen des demographischen Wandels. Um zukunftsfähig zu bleiben, bedarf es einer innovativen Siedlungsentwicklung, die zum einen ein intaktes Lebensumfeld sichert und zum anderen auf die Folgen des Klimawandels reagieren kann. Besonders die steigende Intensität und Häufigkeit von Starkregenereignissen und Hitzeperioden erzeugen dringenden Handlungsbedarf.


Logo Wasser in der Stadt von Morgen

Wasser ist ein essenzieller Bestandteil menschlichen Lebens, welcher in ganz besonderem Maße den Standort Duisburg prägt. Gelegen am Rhein und mit dem größten Binnenhafen Europas, spielt es seit jeher eine zentrale Rolle in der Geschichte Duisburgs. Doch stellt Wasser die Städteplanung auch vor beachtliche Aufgaben. Aufgrund zunehmender Versiegelung durch Bebauung gehen natürliche Retentionsflächen für Niederschlagswasser verloren, wodurch die Grundwasserneubildung beeinträchtigt wird. Starkregenereignisse überfordern zunehmend die Kapazitäten der städtischen Kanalisationen und Kläranlagen. Die neuen Gegebenheiten fordern eine „integrale Wasserwirtschaft“, die über die Aufgaben einer gewöhnlichen Siedlungswasserwirtschaft hinausgehen und eine ganzheitliche Betrachtung nötig machen. Um sich ändernden klimatischen Bedingungen zu begegnen ist ein gemeinschaftliches Vorgehen zwingend erforderlich.


Die Zukunftsinitiative

Zu diesem Zweck bekennen sich die Stadt Duisburg als Teil der 16 Kommunen der Emscher-Region, die Emschergenossenschaft und das Land NRW zu einem gemeinsamen Engagement für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung, die zum einen den besonderen Anforderungen des demographischen Wandels und zum anderen denen des Klimawandels gerecht wird. Am 15.05.2015 wurde daher eine Absichtserklärung zur Zukunftsinitiative (ZI) „Wasser in der Stadt von morgen“ von den 16 Kommunen unterzeichnet. Im Februar 2019 haben sich die Dezernenten der Emscher-Kommunen einvernehmlich auf ein gemeinsames Vorhaben für eine regionale Klimaanpassungsstrategie verständigt. Diese Strategie steht unter der gemeinsamen Leitlinie „klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“. Sie ist Leitprojekt des Landes im Cluster „Grüne Infrastruktur“ und wurde als Auftrag für nachhaltiges Handeln in der Region im Rahmen der Ruhrkonferenz am 08.04.2019 beschlossen. Das Wesen der Strategie ist ein gemeinsames, fachbereichs- und städteübergreifendes Vorgehen zur Zielerreichung durch die Emscher-Städte.


Bild: Stadt Duisburg - Tanz mit dem Wasser - Dr. Yousef

Ziele der Initiative

Die langfristigen Ziele der Zukunftsinitiative sind unter anderem die Abkopplung von 25% der befestigten Fläche und eine Steigerung der Verdunstungsrate um 10%. So soll Regen- und Reinwasser wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugutekommen. Weiterer Bestandteil einer wassersensitiven Städteplanung wird die Wiederherstellung bzw. Wahrung eines guten ökologischen Potentials der Gewässer unter geänderten Klimabedingungen sein. Im Sinne einer attraktiven, erlebbaren und gesundheitsförderlichen grün-blauen Infrastruktur sollen gleichzeitig sogenannte Hitzeinseln in Stadträumen reduziert sowie ein zuverlässiger Überflutungsschutz gewährleistet und verbessert werden.


Maßnahmenplan 2020+

Wesentlicher Bestandteil zur Erfüllung der Ziele ist der Maßnahmenplan 2020+. Er wurde 2014 von der Initiative „Wasser in der Stadt von morgen“ entwickelt und seitdem fortgeschrieben. Der Plan beinhaltet konkrete Vorhaben in den Bereichen Entwicklung nachhaltiger Zukunftsstrategien, Produkte und Dienstleistungen für vernetztes und kooperatives Verwaltungshandeln sowie die Gestaltung von Plattformen für den Wissens- und Erfahrungsaustausch.


Strategieentwicklung

Dazu gehören beispielsweise Strategien zur Dach- und Fassadenbegrünung, die Implementierung einer Arbeitshilfe für Wassersensibilität in der Bauleitplanung oder die gesundheitsförderliche Entwicklung der Städte über eine integrierte Gesundheits-, Sozial- und Umweltberichterstattung.

Bild: Stadt Duisburg - Fassdadenbegrünung - Dr. Yousef

Expertennetzwerke

Die wassersensitive Gestaltung der Stadt- und Freiräume erfordert eine enge und übergreifende Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen innerhalb und zwischen Verwaltungen. Um den erforderlichen Dialog und Austausch zu fördern, haben sich im Rahmen der Zukunftsinitiative verschiedene themenbezogene Expertennetzwerke gegründet, die hierzu an konkreten Frage- und Aufgabenstellungen arbeiten. In den jährlich stattfindenden Experten-Foren haben die Expertennetzwerke die Gelegenheit, in den Austausch zu aktuellen Ergebnissen und Fragestellungen zu treten. Weitere Informationen zur Zukunftsinitiative finden sie auf "Wasser in der Stadt von morgen"


Expertenforum 2019: „Gegenwart sehen – Zukunft gestalten: Gemeinsam für eine klimaresiliente Region“

Nächster Halt: Oberhausen. Das Expertenforum findet am 30. Oktober 2019 in der Luise-Albertz-Halle in Oberhausen statt. Motto der Veranstaltung ist in diesem Jahr die „Gegenwart sehen – Zukunft gestalten: Gemeinsam für eine klimaresiliente Region“     

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4. Experten Forum

Expertenforum 2018

270 Gäste verfolgten das 4. Expertenforum der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“, welches sich am 27. September 2018 in Gelsenkirchen mit dem Thema „Hitze, Trockenheit, Starkregen – jetzt gemeinsam Lösungen für lebenswerte und gesunde Städte auf den Weg bringen“ beschäftigte. Dokumentation 4. Experten-Forum der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“


Bild Dokumentation 3 Experten Forum

Expertenforum 2017

Unter dem Motto „Good Practice im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung – Wege zum Umsetzung im kommunalen Alltag“ fand am 12. Oktober 2017 in Essen das 3. Expertenforum statt. Im Zentrum der Veranstaltung stand diesmal eine Vielzahl von Praxisbeispielen, bei denen sich die Ansprechpartner mit konkreten Anliegen und Angeboten zur nachhaltigen Stadtentwicklung an die Gäste wandten und zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch einluden. Dokumentation 3. Experten Forum 2017


Expertenforum 2016

Expertenforum 2016

Am 14. November 2016 lud Dortmund zum 2. Expertenforum. Das Thema „Mitwirken bei der Umsetzung: vernetzen und zusammenarbeiten“ sollte die Diskussion um die wassersensitive Stadtentwicklung weiter vorantreiben und noch stärker in den Kommunen verankern. Dokumentation 2. Experten Forum 2016


Experten Forum 2015

Expertenforum 2015

11. Dezember 2015. Rund 120 Gäste fanden sich bei verregnetem Wetter im Bochumer Kunstmuseum ein um dem 1. Expertenforum beizuwohnen. Unter dem Motto „Wissen und Erfahrungen vernetzen – integral handeln“ fanden sich Akteure vieler Fachdisziplinen zusammen um Ihr Wissen und Ihre Ideen zusammen zu bringen. Dokumentation Experten Forum 2015


Handlungsfelder und Arbeitshilfen

Ansprechperson:

Dr. Thomas Griebe, Telefon: 0203 283 - 5917, E-Mail: dr.griebestadt-duisburgde

Karl-Heinz Frings, Telefon: 0203 283-4004, E-Mail: kh.fringsstadt-duisburgde

Jan Janski, Telefon: 0203 283–3596, E-Mail: j.janskiStadt-Duisburgde