Verleihung der UMWELTPREIS DUISBURG 2011

Für besondere Leistungen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes in Duisburg wird in diesem Jahr zum zweiten Mal der vom Rat der Stadt beschlossene und mit insgesamt 3.000 Euro dotierte „Umweltpreis“ der Stadt Duisburg verliehen. Preiswürdig sind freiwillige Leistungen aus allen Gebieten des Umwelt- und Naturschutzes, nicht aber solche, die gesetzlich oder behördlich vorgeschrieben sind. Die Initiativen oder Aktivitäten müssen sich auf das Gebiet der Stadt Duisburg beziehen. Mitmachen können alle Duisburger Bürgerinnen und Bürger, Schüler- und Jugendgruppen, Bürgerinitiativen oder andere Interessengemeinschaften, Betriebe und Institutionen, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Duisburg haben.

(v.links 1.Reihe) Duisburger Klimabotschafter: Luca, Melik und Jona (v.links 2.Reihe) BI-Saubere Luft: G. Komp, H.Leiße, G.Heckes, K. Ciesla; Stadtdirektor Dr. Peter Greulich, A. von der Heydt, Amt für Umwelt und Grün

1. Preis 2.000 Euro, Duisburger Klimabotschafter "Plant for the Planet"

Die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet wurde 2007 von dem damals neunjährigen Schüler Felix Finkbeiner ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, ein Bewusstsein für globale Gerechtigkeit und den Klimawandel zu schaffen und weltweit 131 000 000 Bäume zu pflanzen.

Im Rahmen der Duisburger Umwelttage 2009 wurden von ihm 70 Duisburger Kinder aus 32 Duisburger Schulen in einer Umweltakademie zu Klimabotschaftern ausgebildet, die sich seither sehr engagiert u. a. mit folgenden Aktionen für Klimagerechtigkeit einsetzen:

 

  • Kinder im eigenen Umfeld (Schule, Vereine, Familie) werden über die Folgen des Treibhauseffekts und den dadurch verursachten Klimawandel informiert und für das Projekt begeistert.
  • Auf verschiedenen Umweltakademien haben Duisburger Klimabotschafter andere Kinder (z. B. in Düsseldorf, Bonn, Göttingen) zu Klimabotschaftern ausgebildet.
  • Sie halten Vorträge vor Erwachsenen, um ihnen zu verdeutlichen, dass die Folgen des Klimawandels nicht durch Reden bekämpft werden können und haben auch an Podiumsdiskussionen mit Erwachsenen teilgenommen.
  • Auf zahlreichen Stadtfesten (u. a. Umweltmarkt, Energiespaßtage, Brunnenfest) haben sie Duisburger Bürger über die Ziele des Projekts Plant-for-the-Planet informiert und Spenden gesammelt.
  • Durch Spenden konnten bei zwei großen Pflanzaktionen, zusammen mit den Förstern der Stadt Duisburg, schon über 4 000 Bäume gepflanzt werden.
  • Laut Absichtserklärung setzen sich die Klimabotschafter dafür ein, dass durch ihre Initiative in Duisburg 25 000 Bäume gepflanzt werden.
  • Zur Fernsehreihe "Neuneinhalb" hat ein Fernsehteam der ARD mit den Klimabotschaftern in Duisburg eine Reportage gemacht, die Ende letzten Jahres ausgestrahlt wurde und so viele Kinder erreichen konnte.
  • Im Kinderrat der Plant-for-the-Planet Stiftung sind fünf besonders aktive Klimabotschafter aus Duisburg.

2. Preis 1.000 Euro, Bürgerinitiative "Saubere Luft"

Die BI aus Rheinhausen kämpft seit 2006 gegen das geplante Steinkohlekraftwerk im Chempark Krefeld-Uerdingen, weil es die Luftqualität in Duisburg, insbesondere in DU-Rheinhausen, verschlechtern wird. Die BI legt Wert darauf, dass sie keine industriefeindliche Position einnimmt und sich bewusst ist, dass die Belange von Umweltschutz und Arbeitsplätzen in Widerspruch stehen.

Mit zahlreichen Aktivitäten sorgt die BI für die Aufklärung der Bevölkerung: 

  • Unterschriftensammlungen - 23 000 Einwendungen wurden bei der Bezirksregierung eingereicht, 5 000 Menschen wurden für Online-Proteste aktiviert
  • Intensive Bildungsarbeit in monatlichen Versammlungen und div. Veranstaltungen zu Themen wie z. B. Klimawandel, Luftreinhaltepläne, Folgen der Feinstaubbelastung, Dieselruß-Emissionen der Binnenschifffahrt, Recyceln statt Verbrennen
  • Intensive Lobbyarbeit, u. a. Dialog mit Gewerkschaften und Interessenvertretern der Chempark-Beschäftigten, Kooperation und Diskussion mit Parteienvertretern zur Unterstützung der Ziele, Kontakte zu Vereinen
  • Demonstrationen, Flugblätter und Aktionen wie z. B. Beteiligung an einer Delegation des Klimabündnisses Niederrhein zum Weltklimagipfel in Kopenhagen
  • Intensive Pressearbeit zu aktuellen Entwicklungen
  • Schaffung, Mitarbeit und Förderung von Netzwerken z. B. Bürgerforum Rheinhausen 2027, BUND Duisburg und NRW, Klimabündnis Niederrhein und auf nationaler Ebene die Klima-Allianz (die bundesweite Kampagnen gegen den Bau von Kohlekraftwerken durchführt)

Sie haben mit Unterstützung des BUND und des NUV (Niederrheinischer Umweltschutzverein) maßgeblich dazu beigetragen, dass nunmehr nach 5 Jahren beharrlichen Protestes sogar eine Planungsänderung möglich scheint, denn Trianel prüft zurzeit die Alternative eines Gas- und Dampf-Kraftwerkes.

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