Maßnahmen zur Verringerung von Feinstaubbelastung

Wie kann die Feinstaubbelastung verringert werden? Konkrete Maßnahmenplanung in Deutschland:
- Restriktionen für den Kfz-Verkehr,
- umweltverträgliche Gestaltung des Kfz-Verkehrs,
- Förderung des Umweltverbundes (öffentlicher Personennahverkehr, Rad- und Fußgängerverkehr)

Beschreibung

  • Wie kann die Freinstaubbelastung verringert werden?

    Lokale, nationale und europäische Maßnahmen müssen kombiniert werden, um Feinstaubemissionen zu senken. Auf lokaler und nationaler Ebene wurden bereits zahlreiche Schritte unternommen, doch sind noch weitere Anstrengungen erforderlich. Dazu zählen Maßnahmen zur Verminderung der verkehrsbedingten Verschmutzung (Überlastungsgebühren, Fahrverbot in Innenstädten für schadstoffemittierende Fahrzeuge, Einbau von Rußfiltern in Stadtbussen), strenge Normen für private Heizsysteme und ein Verbot des Einsatzes umweltbelastender Brennstoffe in den Städten.
  • Konkrete Maßnahmenplanung in Deutschland

    IM Jahr 2005 wurden in ganz Deutschland 22 Luftreinhalte- und Aktionspläne von den Bezirksregierungen in Abstimmung mit den betroffenen Städten erstellt. In Nordrhein-Westfalen sind die Städte Duisburg, Düsseldorf, Hagen, Krefeld, Essen und Castrop-Rauxel zur Umsetzung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung verpflichtet. In einem zusammenfassenden Bericht des DST werden geplante Maßnahmen, Dauer, Wirkungsgrad und Kosten der Städte Augsburg, Berlin, Braunschweig, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a.M., Freiburg, Hagen, Hannover, Leipzig, Ludwigshafen, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal dargestellt. Bei der Mehrzahl der Städte ist der Straßenverkehr der größte Emittent von Feinstaub. Lediglich in Duisburg-Nord geht die Luftbelastung zum überwiegenden Teil auf Industrieemissionen zurück. Die geplanten oder bereits umgesetzten Maßnahmen der verschiedenen Städte sind grundsätzlich sehr ähnlich und decken sich mit den Empfehlungen aus der Arbeitshilfe vom Deutschen Städtetag. Das Hauptziel ist stets eine Senkung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens durch Restriktionen und Planungen im Kfz-Verkehr sowie die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV).
  • Restriktionen für den Kfz-Verkehr 

    Hier sind zunächst Einschränkungen in Form von vorgegebenen Fahrtrichtungen, Einbahnstraßenregelungen, Schließungen von Durchfahrtsmöglichkeiten in Wohngebieten und Sperrungen einzelner Straßenabschnitte, vor allem für LKW, zu nennen. Langfristig sind auch Sperrungen ganzer Innenstadtbereiche für Kfz, abhängig von deren Schadstoffausstoß, vorgesehen (Umweltzone siehe Berliner Vorgehen). Hinzu kommt in der Regel die Erhebung von Parkgebühren, um das Fahren insbesondere in die Innenstadt weniger attraktiv werden zu lassen. Zum 1. Januar 2006 tritt ein LKW-Durchfahrtsverbot für das Stadtgebiet Stuttgart in Kraft. Nur noch der Lieferverkehr darf in die Stadt hineinfahren. Ab dem 1. Juli 2007 soll ein ganzjähriges Fahrverbot im Stadtgebiet Stuttgart für alle Fahrzeuge - Autos und Lastwagen - der Schadstoffgruppe 1 nach der Verordnung des Bundes gelten. Das heißt Dieselfahrzeuge müssen mindestens die EURO 2 Norm erfüllen. Eine Befreiungsmöglichkeit von dem Fahrverbot bei Nachrüstung mit einem Partikelfilter ist möglich.
  • Umweltverträgliche Gestaltung des Kfz-Verkehrs 

    Der verbleibende Verkehr wird nach Möglichkeit auf andere Straßen bzw. Straßenabschnitte umgeleitet. Dies erfolgt sowohl statisch über Umgehungsstraßen für den Durchgangsverkehr, als auch dynamisch an die aktuelle Verkehrs- und Immissionslage angepasst. Zudem wird angestrebt, den Verkehr durch die "grüne Welle", Geschwindigkeits- und Vorfahrtsregelungen oder bauliche Veränderungen von Straßen zu verflüssigen, da im gleichmäßigen Verkehr deutlich weniger Emissionen verursacht werden. Über Logistikzentren sowie die Verknüpfung von Häfen, Güterbahnhöfen und Gewerbegebieten wird versucht, das LKW-Aufkommen insgesamt und den LKW-Verkehr im Stadtgebiet insbesondere zu reduzieren. Ihren eigenen Beitrag zur Immissionsverringerung leisten die Städte, indem sie den städtischen Fuhrpark soweit wie möglich auf emissionsarme Antriebe wie Erdgas umstellen oder bei Dieselfahrzeugen Partikelfilter nachrüsten oder bei Neuanschaffungen entsprechend berücksichtigen. Gleiches gilt für die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs.
  • Förderung des Umweltverbundes (öffentlicher Personennahverkehr, Rad- und Fußgängerverkehr)

    Förderung des Umweltverbundes (öffentlicher Personennahverkehr, Rad- und Fußgängerverkehr) Um möglichst viele Menschen zur Nutzung des Umweltverbundes zu bewegen, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Dazu wird vor allem das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut. Beispielsweise werden die Taktzeiten verdichtet, neue Fahrzeuge angeschafft, "Park and Ride" sowie "Bike and Ride"-Angebote geschaffen. Der öffentliche Nahverkehr kann durch entsprechende Ampelschaltungen und extra Fahrspuren beschleunigt werden oder es können kostengünstige Monatstickets etc. angeboten werden, um die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern. Zusätzlich werden Radwegenetze ausgebaut und der Fußgängerverkehr durch die Anlage von verkehrsberuhigten Bereichen und Fußgängerzonen gefördert. Auch Car-Sharing-Angebote schaffen Möglichkeiten, auf einen eigenen PKW zu verzichten.

  • Weitere Maßnahmen 

    Ein weiterer immissionsrelevanter Bereich sind Öl- und Feststoffverbrennungsanlagen als Heizungen in Wohngebäuden. Daher wird eine weitgehende Versorgung mit dem deutlich umweltfreundlicheren Energieträger Gas gefördert, oftmals in Verbindung mit einer Förderung für Energiesparmaßnahmen wie Wärmedämmung, Isolierglas etc.. Wo vorhanden spielt auch der Anschluss an das städtische Fernwärmenetz eine wichtige Rolle zur Emissionssenkung. Ebenfalls beteiligt an der Feinstaubentstehung sind Baustellen. Hierzu haben einige Städte Auflagen geschaffen bzw. zu freiwilligen Maßnahmen aufgerufen, um die Verursachung von Feinstaub zu vermeiden. Zu nennen sind z.B. die Berieselung von Schüttgut mit Wasser und die Abdeckung von Förderbändern und Ladeflächen. In diesem Zusammenhang hat die Stadt Duisburg auf die Baustellen-Richtlinie der Schweiz hingewiesen. In der Richtlinie werden ausführlich die Maßnahmen während der unterschiedlichen Bauphasen mit konkreten Empfehlungen zur Feinstaubminimierung dargestellt. Beispielsweise werden schon während des Ausschreibungsverfahren die Staubemissionsminderungen berücksichtigt, um kostenintensive Auflagen im Baustellenbetrieb zu vermeiden.
  • Maßnahmenbewertung

    Bereits jetzt zeigt sich, dass ohne technische Maßnahmen an den Fahrzeugen (schärfere Grenzwerte für Dieselruß sowie die rasche Einführung von Dieselrußfiltern) sowie finanzielle Anreize für die Einführung und Nachrüstung dieser Systeme die Grenzwerte nach der EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie nur schwer einzuhalten sein werden. Deshalb sind insbesondere Bund und Länder aufgerufen, eine rasche Änderung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen im Interesse einer Verbesserung der Luftqualität in den Städten zu schaffen. Weiterhin sollten die Länder ihre rein punktuelle Betrachtung der "Problemzonen" beenden. Aus kommunaler Sicht ist es wenig hilfreich, lediglich für einzelne, stark belastete Straßenabschnitte Luftreinhaltepläne zu erarbeiten. Mittelfristiges Ziel muss es deshalb sein, für die hochbelasteten Ballungsräume regionale Luftreinhaltepläne zu erarbeiten, die eine flächendeckende Senkung der Luftschadstoffbelastungen zum Ziel haben müssen. Die Länder sollten deshalb gemeinsam mit den betroffenen Ballungsräumen und den kommunalen Spitzenverbänden den Versuch unternehmen, großflächige Luftreinhaltepläne zu erarbeiten.

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