Integriertes Handlungskonzept Hochfeld

Die Lage am Hochufer des Rheins hat den industriellen Aufschwung Hochfelds im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestärkt. Ablesbar ist das noch heute an den teils gründerzeitlichen Baustrukturen im Herzen Hochfelds.

Aktuell:

Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Duisburg-Hochfeld beschlossen

Der Rat der Stadt Duisburg hat in seiner Sitzung im April die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Duisburg-Hochfeld 2020 beschlossen. Das ISEK ist das Ergebnis eines etwa 1,5-jährigen Erarbeitungsprozesses, bei dem auch eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden hat. Es formuliert die strategischen Ziele für den Ortsteil und bildet somit die zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung Hochfelds.

Das ISEK beinhaltet einen umfangreichen Katalog mit insgesamt 29 Projektideen zur Erreichung der formulierten Ziele für die Handlungsfelder „Soziales Miteinander und Bildung“, „Wohnen, Stadtbild und öffentlicher Raum“, „Mobilität“ und „Stadtgrün, Klimaschutz/-anpassung und Umweltgerechtigkeit“ mit einem möglichen Gesamtfördervolumen von 65,3 Millionen Euro. 

Dem integrierten Ansatz des beschlossenen Konzepts entsprechend sind neben neu entwickelten Projekten zudem Maßnahmen aufgenommen, welche zwar bereits beschlossen, aber noch nicht umgesetzt wurden sowie flankierende und ergänzende Maßnahmen, die teils beziehungsweise nicht unmittelbar durch die Städtebauförderung finanziert werden. So soll durch das Konzept ein möglichst vollständiger Blick auf die Entwicklungsperspektive des Ortsteils Hochfeld zustande kommen. Die einzelnen Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele werden in ausführlichen Projektsteckbriefen beschrieben.

Neben der Umgestaltung der Rheinhauser Straße / Karl-Jarres-Straße oder der Entwicklung von sogenannten „Grünoasen“ zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern im Ortsteil soll nun auch die Grundschule Hochfelder Markt zur Quartiersschule entwickelt werden.

Nach Abstimmung zwischen dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Düsseldorf und der Stadt Duisburg werden daher die bisherigen Konzepte mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept fortgeschrieben, um den Zugang zur Städtebauförderung des Bundes und des Landes NRW zu ermöglichen. Erst nach Prüfung und Bewilligung durch die Bezirksregierung Düsseldorf kann allerdings der Umfang tatsächlich geförderter Maßnahmen mit dem entsprechenden Kostenrahmen festgelegt werden.

In Duisburg-Hochfeld wurden bereits Anfang der 1980er Jahre erste Konzepte angestoßen, um dem Strukturwandel entgegenzuwirken. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden Integrierte Handlungskonzepte der Stadtentwicklung, gefördert aus Programmen der Städtebauförderung, umgesetzt. Durch die vielfältigen ineinandergreifenden Maßnahmen der verschiedenen Handlungsfelder wurden unter intensiver Bürgerbeteiligung, insbesondere städtebauliche Aufwertungen, lokalökonomische Stabilisierung und das friedliche Zusammenleben der Menschen im Ortsteil gefördert.

Mit der Entscheidung zur Durchführung der Internationalen Gartenausstellung IGA Metropole Ruhr 2027 wird der Ortsteil Hochfeld ein Austragungsort dieses Großprojektes und Events darstellen. Einzelprojekte der IGA werden ebenfalls im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzt und sind in die Ortsteilentwicklung zu integrieren. Neben der Weiterentwicklung des RheinParks sollen im Rahmen der IGA unter anderem auch der Grüne Ring zu einer qualitätvollen Parkanlage weiter entwickelt werden und der Bonifatiusplatz als Verbindung zwischen dem IGA-Gelände und Hochfeld aufgewertet werden. Ein entsprechender Wettbewerb zur Gestaltung dieser IGA-Maßnahmen wurde bereits durchgeführt und die drei Siegerentwürfe gekürt.

Allgemein:

Mit dem Niedergang der Schwerindustrie gingen im Laufe der letzten 50 Jahre mehr als 20.000 Arbeitsplätze im Stadtteil verloren. Kaufkraftverluste, Geschäftsschließungen und -leerstände, sowie Wohnungsleerstände waren die Folgen.  Im Jahr 2005 hatte Hochfeld mit 15.590 Einwohnern seinen niedrigsten Einwohnerstand und bis dato fast die Hälfte seiner Bevölkerung verloren. Einher ging dies zudem mit einer deutlichen Verschiebung in der Bevölkerungsstruktur in dem einstmals überwiegend von Arbeiter- und Facharbeiterfamilien bewohnten Stadtteil. Wohnungsleerstand sowie preiswerter unsanierter Wohnraum zog vermehrt Bewohner mit wenig Einkommen nach, darunter inzwischen etwa 40 % Menschen mit Migrationshintergrund.

2001 wurde die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) mit der Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzepts zur Erneuerung des Stadtteils beauftragt, das 2016 fortgeschrieben wurde. In den letzten 15 Jahren konnten mit Hilfe der Städtebauförderung durch Stadt und EG DU eine Vielzahl baulicher Projekte umgesetzt werden. Die Umgestaltung des Brückenplatzes und des Paulusplatzes, die Revitalisierung des Bönninger Parks sowie die komplette Neugestaltung und Wiederherstellung der Arkaden in der Wanheimer Straße, der Einkaufsstraße im Herzen des Stadtteils, sind einige Beispiele. Aktuell erfolgen der Neubau des Kinder- und Jugendtreffs „Blaues Haus“ und die Erweiterung des RheinParks. In naher Zukunft folgen die Neugestaltung des Hochfelder Markts, der Ausbau der angrenzenden Gemeinschaftsgrundschule zu einer Quartiersschule, der Umbau der Sportanlagen an der Paul-Esch-Straße zu einem integrativen Sport- und Begegnungszentrum, der Neubau des Familienzentrums an der inklusiven Kita Immendal und die Umgestaltung des nördlichen Grünen Rings. Insgesamt umfaßt das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) Hochfeld 30 Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro.

In den kommenden Jahren liegt der Fokus der Stadtentwicklung für Hochfeld auf dem Ausbau des Rheinparks und der städtebaulichen Entwicklung von RheinOrt. Die bereits heute äußerst beliebte Parkanlage am Hochufer des Rheins wird flächenmäßig erweitert und soll 2027 einer der drei zentralen Veranstaltungsorte der Internationalen Gartenbauausstellung IGA Metropole Ruhr 2027 werden.

Weitere Informationen:

Stadtplan