Themen aus Duisburg

28. September 2022 - neues Selbstbestimmungsgesetz

Das neue Selbstbestimmungsgesetz löst in den Medien und in der Bevölkerung die unterschiedlichsten Diskussionen aus. Eine davon ist scheinbar die Diskussion über die Kompetenz von Fachkräften in Frauenhäusern.

Es wird u.a. unterstellt, dass sich künftig Männer als "Frauen verkleidet" in Frauenschutzräume einschleichen könnten. Dabei wird jedoch vergessen, dass nicht jede Frau einfach Einlass in Frauenschutzräume erhält. Frauenhäuser befinden sich an geheimen Standorten. Der erste Kontakt wird telefonisch hergestellt und ein Termin mit einer Fachkraft verabredet. Dann wird die Situation individuell geprüft. Nicht immer ist ein Frauenschutzraum die richtige Lösung.

Der Verein Frauenhaus-Koordinierung e.V. hat unter dem Titel "Gewaltschutz für ALLE Frauen" eine klare Stellungnahme dazu abgegeben:

Zur Stellungnahme von Frauenhaus-Koordinierung e.V.

Vorstellung der Eckpunkte des Selbstbestimmungsgesetzes durch das Bundesministerium (BMFSFJ)

7. September 2022 - Der Jahresbericht 2021 des Hilfetelefons wurde im Juni 2022 veröffentlicht – Bedarf nach Beratung bleibt hoch

Eine kurze Zusammenfassung:

"...Rund 54.000 Beratungen verzeichnet das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ im Jahr 2021 – das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gemessen an dem Vorjahr. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Beratungsaufkommen durchgängig erhöht. Die mit der Pandemie verbundenen Unsicherheiten und Einschränkungen prägen und verändern auch im zweiten Jahr der Krise die Beratungsarbeit beim Hilfetelefon.

Häusliche Gewalt weiterhin Schwerpunktthema

Wie in den Vorjahren geht es in 60 Prozent der Beratungen um Häusliche Gewalt. Alle 20 Minuten erreicht das Hilfetelefon eine Anfrage, bei der die Gewalt durch den (Ex-)Partner eine Rolle spielt. Dabei zeigt sich, dass Corona-bedingte Beschränkungen und Belastungen nicht die Ursache für Häusliche Gewalt sind, aber das Risiko erhöhen, dass schwierige und konflikthafte Situationen eskalieren, Gewalt zunimmt und Übergriffe massiver und häufiger werden.

Beratungen ohne frauenspezifische Gewaltthematik

Corona-bedingt suchen auch 2021 vermehrt Menschen Unterstützung beim Hilfetelefon, die nicht über konkrete Gewalterfahrungen berichten: Um 13 Prozent steigen demnach die Beratungen zu allgemeinen Problemen und Lebenskrisen. Corona hat bei vielen Menschen finanzielle Sorgen, Unsicherheiten und Zukunftsängste verstärkt. Viele sind verzweifelt und suchen nach Entlastung.

Besonders belastet sind nach unserem Eindruck Menschen in psychischen Krisen und mit psychischen Erkrankungen: Um knapp ein Drittel nehmen 2021 die Anfragen von so genannten Dauernutzerinnen zu, die sich immer wieder und in kurzer Abfolge an das Hilfetelefon wenden. Viele weisen Gewalterfahrungen in ihren Biografien auf, ein konkretes Beratungsanliegen im Sinne der Kernaufgaben des Hilfetelefons – Erstberatung und Weitervermittlung – kann daraus nicht abgeleitet werden. Soziale Isolation und der Wegfall stabilisierender Angebote wie Selbsthilfegruppen, Tageskliniken und Therapien sind Gründe, weshalb sie sich an die rund um die Uhr erreichbare professionelle Beratung beim Hilfetelefon wenden.

Höhere Hürden für Betroffene

Insgesamt bestehen für von Gewalt betroffene Frauen unter den Rahmenbedingungen der Corona-Krise weiterhin höhere Hürden bei der Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten. Die nächsten Schritte aus der Gewalt sind schwieriger geworden. Für die Beratung beim Hilfetelefon bedeutet das oft, dass schon im Rahmen der Erstberatung auch bei schwierigen Fallkonstellationen gangbare Lösungen gefunden werden müssen."

Den kompletten Jahresbericht 2021 des Hilfetelefons finden Sie hier (Öffnet in einem neuen Tab).

6. September 2022 - "Frauen mit Behinderung brauchen mehr Selbstwertgefühl"

Das Hilfetelefon hat im Juni 2022 ein Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Sandra Glammeier von der Hochschule Niederrhein zu diesem Thema veröffentlicht. 

Interview Prof. Dr. Sandra Glammeier

Dezember 2020 Anonyme Spurensicherung - jetzt auch in Duisburg

Die bereits in anderen Städten eingeführte „Anonyme
Spurensicherung“ (ASS) ist nun auch in Duisburg möglich.

In zwei Duisburger Krankenhäusern wird den Opfern von Sexualstraftaten seit
dem 16. Dezember 2020 eine anonyme Spurensicherung angeboten, so
dass die Täter auch später noch angezeigt werden können.

Die „Anonyme Spurensicherung“ gibt Frauen die Zeit, sich nach dem
tätlichen Übergriff in Ruhe zu überlegen, ob sie die Tat zur Anzeige
bringen wollen. Leider stammen die Täter häufig aus dem näheren
Umfeld. Den Frauen wird gedroht, ihnen die Kinder wegzunehmen. 

Der Frauenberatungsstelle ist es gelungen, das Evangelische Bethesda
Krankenhaus und die Helios St. Johannes Klinik für diese Einrichtung zu
gewinnen. Unter dem Motto „Dein Körper, ein Tatort. Lass‘ Spuren
sichern!“ wird dort die Anonyme Spurensicherung durchgeführt.

Weitere Informationen können Sie dem folgenden WAZ-Artikel
vom 16.12.2020 entnehmen:
https://www.waz.de/staedte/duisburg/vergewaltigung-zwei-duisburger-krankenhaeuser-sichern-spuren-id231154682.html (Öffnet in einem neuen Tab)

Neues Hinweistelefon der Polizei!

Auszug aus dem Duisburger Kriminalitätsbericht 2020

Dunkelfeldstudie: Bürgerinnen und Bürger in NRW fühlen sich in ihrer Nachbarschaft sicher

One Billion Rising 2021