Stadt und Emschergenossenschaft unterzeichnen Kooperationserklärung

Bereits am 15. Mai 2014 haben die Emscherkommunen und die Emschergenossenschaft eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ unterzeichnet. Aus der reinen Absichtserklärung ist mittlerweile eine feste Kooperationserklärung geworden – am heutigen Dienstag wurde sie im Duisburger Rathaus von den Beigeordneten Carsten Tum und Dr. Ralf Krumpholz sowie dem Technischen Vorstand der Emschergenossenschaft, Dr. Emanuel Grün, unterzeichnet.

Dienstag, 06. Februar 2018 | Stadt Duisburg - Im Zentrum der Zukunftsinitiative stehen die Handlungs- und Gestaltungsperspektiven, die mit dem innovativen Leitbild der „Integralen Wasserwirtschaft“ in der Stadtentwicklung verbunden sind
Eine integrale Wasserwirtschaft ist von immenser Bedeutung und leistet einen wichtigen Beitrag für das Leben in den Städten von morgen. Mit der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ hatten die Emscherkommunen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft und dem Land Nordrhein-Westfalen schon 2005 einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.
„Wir alle wissen, dass das Thema Wasser und Wasserbewirtschaftung eines der zentralen Zukunftsthemen ist. Ich begrüße sehr den interdisziplinären Ansatz und die Kooperation mit den Städten und der Emschergenossenschaft und verspreche mir davon wichtige Impulse für die konkrete Bebauungs-, Grün- und Quartiersplanung“, sagt Beigeordneter Carsten Tum zur Motivation der Stadt Duisburg, der Kooperation beizutreten.
Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft: „Was wir in der Kooperation mit den Kommunen erreichen wollen, ist eine wassersensible Stadtentwicklung, die den Schutz vor Naturereignissen wie Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser beinhaltet. Zugleich kann Wasser in der Stadt geradezu ein Motor für die Aufwertung von Stadtteilen sein. Und nicht zuletzt stellen viele dieser Maßnahmen eine exzellente Klima-Anpassung dar“.
In Duisburg sind in der vergangenen Dekade zahlreiche Projekte umgesetzt worden. Zum Beispiel wurden an der Gesamtschule Globus am Dellplatz Flächen von der Kanalisation abgekoppelt. Durch Dachbegrünung, Versickerung und Nutzung des Regenwassers wurde dabei eine breite Palette von Maßnahmen verwirklicht, die ermutigende Schritte zu einem auf Nachhaltigkeit angelegten Schulbetrieb aufzeigen. Das Interesse der Schüler am Projekt war von Beginn der Arbeiten an hoch. „Aus diesem Erstansatz heraus wurden drei weitere Schulen für die Projektumsetzung identifiziert“, ergänzt Beigeordneter Dr. Ralf Krumpholz.
Das Christophorus-Werk in Meiderich besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Gebäuden unmittelbar an der Alten Emscher. Zur Bewirtschaftung des Regenwassers wurde zuerst eine Ableitung in die Alte Emscher erwogen. Aufgrund der guten örtlichen Bodenverhältnisse kommt aber stattdessen eine Versickerung in dezentralen Mulden-Rigolen zum Einsatz. Insgesamt konnten rund 6.500 Quadratmeter Dach-, Wegeflächen und Straßen von der Kanalisation abgekoppelt werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Vernetzung der unterschiedlichen Fachbereiche. Die Anpassung an den Klimawandel ist eine elementare Aufgabe aller Planungsbereiche. Der Umgang mit dem Regenwasser als Bestandteil der integralen Wasserwirtschaft in Siedlungsgebieten ist ein Leitthema für nahezu alle Ziele. Wasserwirtschaft hat damit eine tragende Rolle in der Stadtgestaltung und Stadtentwicklung.
Die Vernetzung von Grünzügen und Wasserachsen, temperaturregulierende Wasserflächen, dezentrale Puffer- und Speicherräume zum Rückhalt von Starkregen, die Gestaltung von urbaner Landschaft mit der Bewirtschaftung von Regenwasser sind elementare Bestandteile in der ökologischen Stadtentwicklung und der Anpassung und Minderung der Folgen des Klimawandels. Die weitere Kooperation soll der Region nun neue Zukunftsperspektiven durch deutlich mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit bieten.
Auf Basis der Absichtserklärung hat der Rat der Stadt Duisburg im September 2017 entsprechende Beschlüsse gefasst. Zur Abrundung wurde nunmehr die entsprechende Kooperationserklärung zwischen der Stadt Duisburg und der Emschergenossenschaft, unterzeichnet.
Die Emschergenossenschaft setzt im Rahmen der Zusammenarbeit mit Duisburg und anderen Kommunen auch das Modul „ZuGaBe“ ein. Die Abkürzung steht für „Zukunftschancen ganzheitlich betrachten“. Dabei geht es um ein praxisorientiertes GIS-gestütztes Planungsinstrument. Das Programm zeigt Potenziale auf, wie integrale Wasserwirtschaft und Stadtplanung mit anderen Fachdisziplinen zusammenwirken können. Es hilft, Synergien zwischen verschiedenen Handlungsfeldern zu erkennen und Chancen für eine Stadtentwicklung mit Blick auf Wasserthemen zu ermitteln.

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