Corhelp3r, eine App die Leben rettet: Der Duisburger Rettungsdienst sucht freiwillige qualifizierte Ersthelfer

Der Rettungsdienst der Stadt Duisburg nutzt die Digitalisierung und alarmiert qualifizierte Ersthelfer über die App „Corhelp3r“ ab Anfang 2018 zu Notfällen, um durch schnelle Hilfe Leben zu retten. Freiwillige können sich bereits jetzt melden.

Donnerstag, 21. September 2017 | Stadt Duisburg - Der Duisburger Rettungsdienst wird jährlich zu mehr als 350 Herz-Kreislauf- Stillständen alarmiert. „Die Zeit bis zum Eintreffen qualifizierter Ersthelfer ist bei Herz-Kreislauf-Stillständen ein entscheidender Faktor. In jeder Minute, in der keine Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um etwa 10 Prozent“, so Sascha Zeiger, kommissarischer Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes.
Notfälle können sich an jedem Ort ereignen, im Durchschnitt benötigt der Rettungsdienst acht Minuten, bis er am Einsatzort eintrifft. Um das zeitliche Intervall bis zum Eintreffen eines qualifizierten Ersthelfers zu minimieren und somit eine möglichst schnelle Hilfe sicherzustellen, sollen diese über ihr Smartphone alarmiert werden, um bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes eine Herz-Druck-Massage durchzuführen. In Duisburg sind etwa 15.000 Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt. Neben Ärzten, Pflegekräften, Rettungsdienstmitarbeitern und Mitarbeitern der Feuerwehr, gibt es eine ganze Reihe an Personen die regelmäßige Wiederbelebungstrainings absolvieren.
„Diese Ressource gut ausgebildeten Personals wollen wir nutzen und diesen Personenkreis zur freiwilligen Unterstützung mobilisieren. Oftmals befindet sich ein qualifizierter Helfer in der direkten Umgebung, eine schnelle Wiederbelebung kann nur nicht eingeleitet werden, weil diese Personen keine Information darüber haben, dass sich in ihrem Umfeld ein Notfall ereignet hat“, erklärt Andrea Hennrich, Qualitätsbeauftragte des Rettungsdienstes der Stadt Duisburg.
Wenn ein Notruf durch Wahl der Telefonnummer 112 bei der Feuerwehr eingeht und die Leitstelle den Rettungsdienst mit dem Stichwort „unklare Bewusstlosigkeit“ oder „Reanimation“ alarmiert, wird gleichzeitig der Ersthelfer, der sich am nächsten beim Notfallpatienten befindet, durch das GPS-Modul in seinem Smartphone geortet und automatisch parallel zum Rettungsdienst über die App alarmiert. Bestätigt der Ersthelfer den Einsatzauftrag, erhält er die notwendigen Daten und wird zum Einsatzort navigiert. „Ein schneller Beginn der Herz-Druck-Massage rettet Leben und verbessert die Chancen des Patienten auf eine vollständige Genesung“, erklärt uns Sascha Zeiger und appelliert an alle qualifizierten Kräfte sich registrieren zu lassen, um möglichst vielen Menschen mit Herz-Kreislauf- Stillstand eine schnelle Hilfe zukommen zu lassen.
Ein internationaler Vergleich zeigt, dass die Quote der durch Laien durchgeführten Wiederbelebungen in Deutschland vergleichsweise niedrig ist. Im Durchschnitt werden in Deutschland in etwa 27 Prozent der Fälle Wiederbelebungen durch Ersthelfer eingeleitet, in Ländern wie Dänemark oder Schweden sind es nahezu 70 Prozent. Die Idee der Nutzung einer App zur Verkürzung des „therapiefreien-Intervalls“ ist nicht neu und wird in einigen europäischen Ländern und auch in Teilen Deutschlands bereits erfolgreich genutzt. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Zeit bis zur Durchführung der ersten lebensrettenden Maßnahmen verringern und somit die Überlebenswahrscheinlichkeit möglicherweise steigern lässt.
Qualifizierte Helfer können sich bereits jetzt bei Interesse unter infofeuerwehr.duisburgde melden und erhalten dann in den nächsten Wochen eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung, bei der das Projekt im Detail vorgestellt und alle Fragen beantwortet werden.

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