LA BOHÈME
Dauer: ca. 2 ½ Stunden, eine Pause
Sie sind jung, enthusiastisch, unreif, mehr Schwärmer als Künstler, die das Leben feiern, auch wenn dabei einiges kaputt geht. Die Rede ist von den Bohemiens, jener Künstlerszene, die im Schatten einer beispiellosen Blüte der Kunst im nachrevolutionären Frankreich gedieh ohne Hoffnungen auf große Berühmtheit, aber mit einem Gefühl von Freiheit, das sie gegen ihre alltäglichen Nöte und Abhängigkeiten verteidigte. Henri Murger hat ihr in seinen Boheme-Szenen Namen und Gestalt gegeben und auch zu ihrem Klischee beigetragen. Romantische Kunstfiguren sind sie allerdings erst durch Puccinis (1858-1924) Oper "La Bohème" geworden. Als große Liebende wie der schwärmerische Dichter Rodolfo und die unheilbar kranke Näherin Mimì lehren sie uns das Schwelgen in Gefühlen wie den hemmungslosen Schmerz und verschaffen uns mit beidem höchsten Operngenuss. "Ich will die Welt zum Weinen bringen", hatte Puccini sich vorgenommen. Mit der 1896 in Turin uraufgeführten "La Bohème", die sehr bald schon ein Welterfolg wurde, ist ihm das zweifellos gelungen.
Die Deutsche Oper am Rhein zeigt diese beliebte Puccini-Oper in einer Produktion aus dem vielbeachteten Puccini-Zyklus von Robert Carsen, mit dem der kanadische Regisseur in den 1990er Jahren an der Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent Furore machte.
"Die legendäre Antwerpener Produktion von 'La Bohème' aus dem dortigen Puccini-Zyklus des kanadischen Regisseurs Robert Carsen, die nun (nach 'Butterfly') an der Rheinoper zu sehen ist, darf als Glücksfall gelten. Carsens Kunst zeigt sich darin, dass er Realismus wagt und zugleich überhöht, karikiert oder verzaubert. Seine Ideen sind originell, witzig, tiefgründig und doch immer wahr. Vor allem aber versteht er, mit Sängern umzugehen. Da sehen wir Genauigkeit im Zärtlichen, Spritzigkeit im Komödiantischen, fesselnde Choreografie der Massenszenen. Der zweite Akt ist mit den ins Vielfache potenzierten Klavieren, Tischchen und Betten jener Mansarde ein vibrierendes Stillleben; eine solche atemberaubende Feinarbeit einer Regie sieht man sehr, sehr selten."
Wolfram Goertz, Rheinische Post
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Giacomo Puccini
LA BOHÈME
Libretto von G. Giocosa und L. Illica nach dem Roman "Scènes de la Vie de Bohème" von Henri Murger
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

