COSÌ FAN TUTTE
Dauer: ca. 3 ¾ Stunden, eine Pause
Ferrando und Guglielmo wetten mit Don Alfonso um die unerschütterliche Treue ihrer Bräute Dorabella und Fiordiligi. Spielregeln sind schnell gefunden: Die jungen Männer täuschen eine Einberufung in den Krieg vor, kehren verkleidet zurück, werben über Kreuz um die Gunst der Partnerin des Freundes - und plötzlich steht die Welt auf dem Kopf ...
Mit ihrer dritten Zusammenarbeit "Così fan tutte" machten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Lorenzo da Ponte (1749-1838) die Opernbühne zum Schauplatz eines zeitlosen Konflikts zwischen individueller Liebeserfüllung und gesellschaftlicher Konventionen. Voller Witz und Ironie entfalten sie in ihrer "Schule der Liebenden" die großen Themen Liebe, Treue und Verführbarkeit. Doch die muntere Oberfläche zeigt Brüche. "Così fan tutte" ist ein Experiment, eine psychologische Versuchsanordnung, eine Studie über verborgene Erwartungen und offene Enttäuschungen, Zynismus und Verbitterung, in deren Verlauf die Betroffenen in derart heftige Strudel emotionaler Verwicklungen gezogen werden, dass ihnen am Ende doch die Zweifel kommen, ob sie es so genau wirklich hatten wissen wollen. Erst in der Maskerade und im Augenblick der Untreue erkennen die Paare die Dimensionen ihres eigenen Empfindens. Das Spiel deckt das wahre Selbst der Liebenden auf und zwingt sie zum Blick in das Dunkle, Unberechenbare ihrer Seele.
Mit Nicolas Brieger konnte einer der renommiertesten Regisseure an die Deutsche Oper am Rhein verpflichtet werden. Seine Theaterlaufbahn führte den gebürtigen Berliner - der Oper wie dem Schauspiel gleichermaßen zugetan und von 1988 bis 1992 Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim war - an viele wichtige Bühnen: von Berlin, Basel, Bochum, Bremen, Brüssel, Essen, Köln, Düsseldorf und Frankfurt bis nach Genf, Hamburg, Leipzig, München, Paris, San Francisco, Stuttgart, Wien und Zürich. Von Euripides bis Thomas Bernhard und zahlreichen Uraufführungen inszeniert er die Dramen großer Autoren der Weltliteratur. Werken des 20. Jahrhunderts von Korngold, Strauss, Janá?ek, Messiaen, Henze und Rihm gilt seine Liebe ebenso wie dem Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts.

