Oper
Die Frau ohne Schatten
Oper in drei Akten
Text von Hugo von Hofmannsthal
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In deutscher Sprache mit Übertiteln
Dauer: ca. 3 Stunden 45 Minuten, zwei Pausen
Es sollte noch einmal eine romantische Oper sein, die Richard Strauss (1864 -1949) sich 1911 zu- sammen mit seinem prominenten Textdichter Hugo von Hofmannsthal vorgenommen hatte, bevor er einen neuen Weg in seinem Opernschaffen einschlagen wollte. Tatsächlich setzt "Die Frau ohne Schatten", die aufgrund des Ersten Weltkrieges erst 1919 in Wien Premiere haben konnte, eine Zäsur in der Musiktheatergeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Die Oper erzählt eine Parabel über den Menschen, der sich selbst überwinden muss, um sich und die anderen zu retten. Darin lässt sie aus märchenhaften Mythen der Vergangenheit den Entwurf für eine hoffnungsvolle Zukunft entstehen. Die phantastische Geschichte von der Kaiserin, die der verführbaren Färbersfrau ihren Schatten abgewinnen will, um selbst fruchtbar zu werden und ihr Lebensglück zu retten, atmet den weit aus- holenden, bedeutungsschweren Geist von Hofmannsthals Fin de Siècle-Symbolismus. Gleichzeitig vermittelt sie durch die Botschaft, den egoistischen Wünschen abzusagen, sich zu verwandeln
und im Mitleiden und Mitempfinden mit anderen über sich selbst hinauszuwachsen, eine allge- meingültige Utopie.
Diesen Entwurf einer Zukunftsperspektive holten die Grausamkeiten des Krieges ein. Der Schatten als Zeichen für Fruchtbarkeit und Hoffnung wurde von der Realität überschattet. Diesem Spannungsfeld zwischen Möglichkeit und Unmöglichkeit einer Weltverbesserung widmet sich der flämische Regisseur Guy Joosten in seiner Inszenierung dieses großartigen Werkes, mit dem Strauss in kompositorischer Meisterschaft eine Art unablässiger Verwandlungsmusik als Bild für die Wechselhaftigkeit der menschlichen Seele geschaffen hat. ***

