Oper
Madama Butterfly
Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause
Giacomo Puccini suchte nach der Vollendung von "Tosca" einige Zeit vergeblich nach einem neuen Opernstoff. David Belascos Drama hatte ihn bei einer Aufführung in New York begeistert, und als schließlich die Genehmigung zur Vertonung der Tragödie eintraf, begab er sich sofort an die Arbeit. Die Uraufführung am 17. Februar 1904 wurde allerdings von Publikum und Kritik unfreundlich aufgenommen, weshalb Puccini "Madama Butterfly" mehrfach überarbeitete, damit aber auch ihrer Zivilisationskritik die Schärfe nahm. In dieser Version wurde die Oper ein Welterfolg.
Robert Carsen wählte für seine Inszenierung den gesellschaftskritischen Realismus der Urfassung, und interpretiert "Madama Butterfly" als packende "Tragödie eines kulturellen Selbstwertverlustes" (Ulrich Schreiber).
Der amerikanische Leutnant Pinkerton hat sich während seiner Stationierung in Nagasaki in die Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, verliebt und will sie heiraten. Konsul Sharpless warnt Pinkerton, dass die junge Japanerin den Bund mit ihm zu ernst nehmen könne. Doch ohne die Mahnung seines Landsmannes zu berücksichtigen heiratet der Offizier das Mädchen nach japanischem Brauch, um sie besitzen und später wieder verlassen zu können. Nach einer gemeinsamen Nacht kehrt er nach Amerika zurück. Dort wartet schon seine Verlobte Kate auf ihn, die er nun zur Frau nimmt.
Drei Jahre hat Cio-Cio-San vergeblich auf ihren Mann gewartet. Inzwischen hat sie seinen Sohn zur Welt gebracht. Bevor Pinkerton schließlich mit Kate nach Nagasaki zurückkehrt, bittet er Sharpless in einem Brief, Butterfly von seiner neuen Ehe zu berichten. Später erscheint Pinkerton mit seiner Frau im Haus Cio-Cio-Sans , um seinen Sohn nach Amerika mitzunehmen. Er hat jedoch nicht den Mut, Butterfly gegenüberzutreten, sondern überlässt seiner Frau, um die Herausgabe des Kindes zu bitten. Cio-Cio-San begreift, dass sie entehrt und benutzt wurde und begeht Harakiri.

