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Landesarchiv kommt nach Duisburg - Architektonisches Ausrufezeichen am Innenhafen

Drei Tage vor Weihnachten des Jahres 2007 hat NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff den Duisburgern ein großes Weihnachtsgeschenk gebracht: Das Landesarchiv wird definitiv am Duisburger Innenhafen gebaut. Untergebracht wird es dort im letzten noch nicht umgebauten Speichergebäude unweit der Schwanentorbrücke.
Siegerentwurf des Architekturbüros Ortner und Ortner Baukunst, Wien

GroßbildansichtSiegerentwurf des Architekturbüros Ortner und Ortner Baukunst, Wien
Nach dem Entwurf des Büros Ortner und Ortner Baukunst aus Wien, die den Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnten, soll der RWSG-Speicher um einen Turm, der sich aus der Mitte des Gebäudes bis in 76 Meter Höhe erheben soll, erweitert werden. An den Speicher, der die 148.000 Regalmeter des Archivs aufnehmen wird, schließt sich dann in Richtung Holzhafen ein geschlängelter 160 Meter langer Anbau in Backsteinoptik an. Darin werden die Büros für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die öffentlichen Einrichtungen untergebracht. Drei Viertel des Anbaus werden zunächst als Büroraum auf dem freien Markt angeboten und sollen später dem Landesarchiv seinen Anforderungen folgend übergeben werden.

 

GroßbildansichtLaurids Ortner, Architekt und Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Kulturstaatsekretär des Landes NRW
Architekt Laurids Ortner ist überzeugt, dass sein Entwurf programmatisch für die gesamte Bundesrepublik wird. Darauf lassen auch die Stimmen der Jurymitglieder schließen, die bei der Präsentation des einstimmig angenommenen Siegerentwurfes anwesend waren. Von einem "noblen Bauwerk" war die Rede, von einer "kräftigen Architektur-Aussage", von einer "guten Skulptur, die polarisieren werde". "Ich freue mich schon auf die Auseinandersetzungen", sagte Jurymitglied Karl-Heinz Petzinka, der als Programmdirektor der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 am Tisch saß. Er kündigte an, dass das neue Duisburger Landesarchiv in eine Reihe herausragender Gebäude der Kulturhauptstadt aufgenommen werde.

 
Duisburgs Stadtentwicklungdezernent Jürgen Dressler nannte den Tage der Juryentscheidung bewusst pathetisch den "Tag, an dem sich die Stadt Duisburg aus ihrer Stigmatisierung befreite". Das neue Landesarchiv werde die Neugierde auf die Stadt Duisburg lenken.

 
Auch Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff vertrat diese Auffassung. "Wer das Gebäude von der Autobahn sieht, wird da rein wollen", sagte er bei der Vorstellung. Baubeginn für das rund 120 Millionen Euro teure Objekt soll im April 2010 sein. Die Fertigstellung ist für Ende 2012 geplant.

 
Entwurfansicht von oben

GroßbildansichtEntwurfansicht von oben
Für das Landesarchiv, das mehrere Standorte in Duisburg konzentrieren wird, bedeutet die Entscheidung ab sofort ein deutliches Mehr an Arbeit. Landesarchiv-Direktor Dr. Wilfried Reininghaus: "Wir müssen auf der einen Seite mit den Architekten den planen, auf der anderen Seite aber schon mit der Umzugslogistik beginnen, damit wir rechtzeitig fertig werden." Es wird sich auf jeden Fall lohnen, das Landesarchiv NRW wird nach Fertigstellung den bundesweit größten Archivbau sein Eigen nennen.