History


Haushaltstage 2010 im Bezirk Mitte

"Ich hoffe, der Rat wird im März die Kraft aufbringen, das Sparpaket zu beschließen", erklärte Oberbürgermeister Adolf Sauerland vor den Besuchern des Haushaltstages im Bezirk Mitte.
"Wenn wir das erklärte Ziel, 150 Millionen Euro einzusparen, nicht erreichen, werden wir fremdbestimmt." Mit deutlichen Worten skizzierte er die drastische Finanzlage der Stadt und die Eckdaten des Haushaltssicherungskonzeptes (HSK). "Wir haben Jahrzehntelang vom Erbe gelebt, jetzt ist es aufgebraucht und wir müssen Zukunft schaffen." Durch das HSK, so Sauerland, habe Duisburg die Chance, trotz Sparbemühungen handlungsfähig zu bleiben. Beispiele dafür gaben an diesem Abend an den Info-Ständen der städtischen Ämter und Gesellschaften, die die Investitionen für den rund 105000 Bewohner zählenden Bezirk Mitte vorstellten.

Eine prägnante Veränderung wird es im Stadtbild am Duissernplatz geben: die große und vielbefahrene Kreuzung wird durch einen Kreisverkehr ohne Ampeln ersetzt. Schon an anderen Orten in Duisburg hat sich gezeigt, dass dadurch der Autoverkehr flüssiger und entspannter läuft. Außerdem sollen die Radwege an diesem Verkehrsknotenpunkt neu gebaut werden. In der Mitte des Kreisverkehr wird eine der beiden Bronze-Skulpturen, die ehemals auf der Berliner Brücke standen, einen neuen Standort finden. Der Umbau kostet insgesamt 550000 Euro. Die Stadtplaner wollen in 2010 mit Hilfe der Mittel aus dem Konjunkturpaket II auch die Radverbindung von der Mülheimer Straße über die Köhnenstraße bis zum Innenhafen verbessern. Und die Bildungsholding wird die Schulen des Bezirks mit 208000 Euro bei der Beschaffung von Material und Möbeln unterstützen.

Im zweiten Teil des Info-Abends stellten Vertreterinnen und Vertreter des Bürgerforums "Duisburg 2027" die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Sie hatten sich intensiv um die Zukunft ihres Bezirks Gedanken gemacht. Es hat viele Treffen und Stadtrundgänge gegeben, um die Situationen in den Stadtvierteln direkt zu erleben. Unter anderem sehen die Teilnehmer die an Einwohnern schrumpfende Stadt auch als Chance - wo Freiräume entstehen, könne mehr Grün angelegt, können mehr Plätze und Treffpunkte entstehen und sich andere Formen des Zusammenlebens und -wohnens entwickeln. Weitere Schwerpunkte setzten die Bürgerinnen und Bürger auf die Vernetzung von Grünflächen, das Leben am Fluss, und auf den Erhalt von architektonischen Zeitzeugen und Kulturdenkmälern.

Als Beispiele wurden unter anderem folgende Maßnahmen genannt: die Sichtachsen auf dem Kaiserberg auf die Stadt sollen wiederhergestellt werden, der Ludgeriplatz soll mit dem Vorplatz der Kirche verbunden werden, der Neudorfer Markt könnte als ein "Mehr-Generationen-Park" umgebaut und der Osteingang sollte völlig neu konzipiert werden. Eine weitere Idee ist der Umbau des Umfeldes an der Münz- und Beekstraße zu einem Kreativquartier für Künstler und Unternehmen der Medienbranche.

Stadtbaudezernent Jürgen Dressler zeigte sich von den engagierten Vorträgen und Ideen des Bürgerforums sehr beeindruckt. "Diese Bürgerschaft muss ernst genommen werden", sagte er und zog sein Fazit: "In dieser Stadt ist keine Lethargie zu spüren, hier gibt es lebendige und ambitionierte Ideen."
 
Call Duisburg
Sie haben die gewünschte Information nicht gefunden? Macht nichts. Unser Call Center hilft Ihnen unter 0203 / 94000 gerne und kompetent weiter. mehr ...