Grundwasserbeobachtung
Grundwasserbeobachtung/Grundwasserauskunft
Grundwasser entsteht durch die Versickerung von Niederschlagswasser und durch das Eindringen von Wasser im Uferbereich von Oberflächengewässern in den Untergrund. Es ist ein hervorragendes Reservoir zur Trinkwassergewinnung, kann aber auch eine Gefahrenquelle für Gebäude darstellen. So kann in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel eindringendes Grundwasser zu erheblichen Schäden an Bauwerken führen, Feuchtigkeit und Nässe in Kellern durch eindringendes Grundwasser machen allein 15 % aller Bauschäden aus. Um zu wissen, wo entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich sind, ist deshalb eine flächendeckende Grundwasserbeobachtung notwendig, die es nicht nur ermöglicht, bei jedem Bauvorhaben Auskünfte über das Grundwasser zu erteilen, sondern auch als Grundlage dient, um ein umfassendes Grundwassermodell zu erstellen.
Grundwasserauskunft
Gebäude können durch einen geeigneten Schutz vor Schäden durch eindringendes Grundwasser geschützt werden. Da ein solcher Schutz mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist, sollte bei der Entscheidung darüber, ob für ein neu zu errichtendes Gebäude ein solcher Schutz erforderlich ist, die Art des Baugrundes sowie die Grundwasserverhältnisse bekannt sein. Auskünfte hierzu erteilt die Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AöR, welche zu jedem Flurstück die Grundwasserdaten ermitteln und häufig auch Angaben über den Aufbau des Baugrundes machen kann.
Beim Grundwasserspiegel, der in Duisburg regional unterschiedlich zwischen einem und 14 Metern unter der Oberfläche verläuft, ist aber zu beachten, das dieser teilweise beträchtlichen Schwankungen unterliegt, die jahreszeitlich (manchmal auch noch längerfristig) bedingt sind und bis zu sieben Meter betragen können. Dies gilt insbesondere für Gebiete in der Nähe des Rheins oder der Ruhr.
So kann beispielsweise allein aus der Tatsache, das sich bei ausheben einer Baugrube kein Grundwasser zeigt, nicht geschlossen werden, dass das Gebäude keines Schutzes gegen eindringendes Grundwasser bedarf. Wurde die Baugrube zu einer Zeit niedrigen Grundwassers ausgehoben, kann der Grundwasserspiegel einige Monate später mehrere Meter höher stehen und eine Gefährdung für das Gebäude darstellen.
Darüber hinaus wirken sich Grundwasserförderungen von Industrie und Wasserwerken in ihren Einzugsgebieten absenkend auf den Grundwasserspiegel aus, was als dauerhaft niedriger Grundwasserstand wahrgenommen wird. Die in den letzten Jahren aufgetretene, grundsätzlich zu begrüßende Tendenz zum sparsamen Wasserverbrauch führt aber dazu, dass seit Jahrzehnten vorgenommene Wasserförderungen entweder reduziert oder gänzlich aufgehoben werden. Dies hat dann zur Folge, dass der vorher abgesenkte Grundwasserspiegel wieder auf seine ursprüngliche Höhe ansteigt.
Aus den geschilderten Gründen ist es für jeden Bauherren äußerst wichtig, Kenntnis vom Grundwasserstand über einen langen Beobachtungszeitraum zu haben. Um unnötige Risiken bei einem Bauvorhaben zu vermeiden, ist es zwingend notwendig bei der Planung und der Ausführung aller Bauvorhaben genau darüber informiert zu sein, wie hoch das Grundwasser maximal unter dem Gelände ansteigen kann, um entsprechende Maßnahmen zum Schutz des Gebäudes gegen drückendes Grundwasser ergreifen zu können (siehe DIN 18195 "Bauwerksabdichtungen").
Das Wissen um diese Zusammenhänge sollte jeden Bauherren / jede Bauherrin bzw. Architekten / Architektin schon während der Planungsphase eines Bauvorhabens veranlassen, eine Grundwasserauskunft einzuholen.
Die Grundwasserauskünfte werden für alle Grundstücke in Duisburg, die rechts des Rheins liegen, von der Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AöR gegen geringes Entgelt erteilt. Weiterhin können hier auch geologische Karten eingesehen werden.
Adresse:
Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AöR
WBD-SI 42
Schifferstr. 190
47059 Duisburg
Erreichbarkeit:
Frau Eimers
Telefon: (0203) 283-6774
Telefax: (0203) 283-3068
E-Mail: 
-
Antrag auf Auskunft aus dem Grundwasserkataster
(pdf, 162,72 KB)
Seitenanfang
Für alle linksrheinischen Grundstücke werden die Grundwasserauskünfte von der LINEG erteilt.
Adresse:
Linksniederrheinische
Entwässerungs-Genossenschaft
Friedrich-Heinrich-Allee 64
47475 Kamp-Lintfort
Erreichbarkeit:
Herr Hantel
Telefon 02842-960 141
Telefax 02842-960 499
Grundwasserbeobachtungsnetz
Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AöR betreiben ein Grundwasserbeobachtungsnetz, welches flächendeckend das rechtsrheinische Duisburger Stadtgebiet erfasst. Verschiedene Institutionen und Firmen unterhalten weitere Messstellen, deren Daten dem Amt ebenfalls zur Verfügung stehen.
Das linksrheinische Grundwasserbeobachtungsnetz auf Duisburger Stadtgebiet wird in Zusammenarbeit mit der LINEG betrieben.
Insgesamt stehen rund 900 Peilrohre zum Zweck der Grundwasserbeobachtung auf 233 km² des Duisburger Stadtgebietes zur Verfügung. Das entspricht einer Dichte von fast vier Brunnen pro km². Ungefähr 800 hiervon werden regelmäßig, einmal bzw. zweimal monatlich, gemessen.
Seitenanfang
Grundwassermodellierung
Zur Beantwortung unterschiedlicher wasserwirtschaftlicher Fragestellungen und vor dem Hintergrund insgesamt steigender Grundwasserstände wurde vom Ing.-Büro GEOBIT aus Aachen im Auftrag der Stadt Duisburg und Düsseldorf für den Düsseldorfer Norden und den Duisburger Süden ein Grundwasserströmungsmodell erstellt Das Grundwasserströmungsmodell dient als Untersuchungs-, Planungs- und Vorhersageinstrument für das Grundwassergeschehen im erfassten Teil der Flussgebietseinheit zwischen Düsseldorf-Zentrum und der Ruhr in Duisburg.


