Das Duisburger Kanalnetz

Das Kanalnetz hat eine Länge von ca. 1.482 km und wird ständig von den Mitarbeitern mit neuester Technik kontrolliert und auf Schadhaftigkeit untersucht, denn jeder Liter ungereinigtes Abwasser, der in den Boden fließt, belastet zusätzlich unsere Umwelt.

1.137 km Mischwasserkanäle
168 km Schmutzwasserkanäle
156 km Regenwasserkanäle
6 km Druckleitungen

3 Kläranlagen
154 Pumpwerke
99,7 % Anschlussgrad der Kanalisation

Das Kanalnetz der Stadt Duisburg ermöglicht eine funktionierende Stadtentwässerung und leistet dadurch einen grundlegenden Beitrag zum Umweltschutz, zur Hygiene und zur Lebensqualität. Darüber hinaus stellt es auch den größten Vermögenswert der Stadt Duisburg dar. Das Kanalnetz in seinem Bestand und seiner Funktionsfähigkeit zu erhalten liegt von daher sowohl im Interesse der Stadt als auch aller Bürger Duisburgs und stellt eine wichtige Aufgabe der Stadtverwaltung dar. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sind möglichst weit reichende Informationen über das Kanalnetz mit allen Sonderbauwerken von entscheidender Bedeutung. Zu diesem Zweck wird ein detailliertes Bestandverzeichnis des Abwasserkanalnetzes, das so genannte Kanalkataster, geführt.
Durch gewissenhafte Pflege wird das Kanalkataster auf dem aktuellen Stand gehalten und stellt dadurch für die Stadt Duisburg ein wichtiges Informationsinstrument dar, das für vielfältige Zwecke genutzt werden kann. Um die riesige Menge an Informationen über das ausgedehnte Kanalnetz der Stadt Duisburg (Gesamtlänge der Kanäle über 1.400 Kilometer) bewältigen zu können, wird das Kanalkataster über ein computergestütztes Kanalinformationssystem (Geoinformationssystem speziell für die Verwaltung von Kanalnetzen) geführt.
Zu den grundlegenden Daten über die Kanäle gehören neben der genauen Lage der Kanäle und Schächte auch Angaben zu deren Größe, Form, Material, Baujahr und das Gefälle des Kanals. Allein diese Informationen geben bereits einen Überblick über das Kanalnetz und lassen sich nutzbringend einsetzen. Durch die Kenntnis der genauen Lage der Kanäle beispielsweise lassen sich Planungen und Bauarbeiten zum Verlegen von Versorgungs- oder Telekommunikationsleitungen so abstimmen, dass die Gefahr einer Beschädigung der Abwasserkanäle durch diese Bauarbeiten minimiert wird.
Darüber hinaus werden aber auch Informationen über den Zustand der Kanäle im Kanalkataster geführt. Diese Daten werden durch die ständigen Inspektionen der Kanäle per Kanalfernauge, den so genannten Kanal-TV-Inspektionen oder bei größeren Kanälen durch Begehungen gewonnen und deren Ergebnisse ins Kanalinformationssystem eingepflegt. Der so gewonnene Überblick über den Zustand der Kanäle ermöglicht es, Sanierungsmaßnahmen frühzeitig an den Stellen einzuleiten, an denen sie notwendig sind.
Ebenso werden Daten über das Fassungsvermögen der Kanäle und damit verbunden deren hydraulische Belastung geführt. Diese Daten dienen dann als Grundlage zur Berechnung der Generalentwässerungspläne, die ein wichtiges Instrument bei der Planung von Maßnahmen zur Erweiterung des Kanalnetzes oder zur Verbesserung von dessen Leistungsfähigkeit darstellen. Auch können mit Hilfe des Kanalinformationssystems bestimmte betriebliche Vorgänge koordiniert werden, wie das Spülen von Kanälen, das in manchen Bereichen des Kanalnetzes notwendig ist. Weiterhin ist es möglich, Daten über den Vermögenswert der einzelnen Kanäle zu führen und dadurch genau festzustellen, welches Anlagevermögen das Kanalnetz in seiner Gesamtheit darstellt.
Letztlich bietet das Kanalinformationssystem die Möglichkeit der Fließrichtung des Abwassers in einem Arm des Kanalnetzes zu folgen, die so genannte Netzverfolgung. Diese Funktion ist unter anderem dann von Bedeutung, wenn durch Unfälle von Gefahrguttransporten auf Straße oder Schiene Stoffe in einen Abwasserkanal gelangt sind, die eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit darstellen. Durch die Netzverfolgung kann der Verlauf des Kanals, in den der Gefahrstoff gelangt ist, ermittelt werden, sodass dieser Kanal dann mittels Sandsäcken oder einer aufblasbaren Gummiblase gestoppt werden kann. Nachdem der Fluss des Abwassers auf diese Weise gestoppt wurde, kann der Abwasserkanal leer gepumpt und der Gefahrstoff damit entfernt werden.
Das Kanalinformationssystem stellt eine wichtige Informationsbasis für den Betrieb und den Erhalt des Kanalnetzes dar, erfüllt darüber hinaus noch eine Reihe anderer Funktionen, die für andere Stellen der Stadtverwaltung und auch für die Privatwirtschaft von Bedeutung sind. Seine Pflege ist eine grundlegende Aufgabe, die andere Tätigkeiten erleichtert, effizienter macht oder überhaupt erst ermöglicht.


Wie funktioniert eigentlich dieses Kanalinformationssystem?

Ein Kanalkataster ist ein Informationssystem, in dem die relevanten Informationen eines Kanalnetzes, die beispielsweise durch Vermessung oder Untersuchung der Kanäle gewonnen wurden, zentral zusammengefasst und verwaltet werden.

In Duisburg wird das Kanalkataster über das insgesamt 1470 Kilometer lange öffentliche Kanalnetz seit dem Jahre 1990 in digitaler Form im Rahmen eines Geoinformationssystems geführt.
Die bis dahin nur in Papierform vorliegenden Pläne des Kanalnetzes wurden digitalisiert und in eine elektronische Datenbank eingegeben.

Neben den geodätischen Lagedaten (Geo-Koordinaten) der Kanäle werden in dieser Datenbank unter anderem auch Angaben zu Größe, Bauart und Baujahr des Kanals (der älteste noch in Betrieb befindliche Kanal stammt aus dem Jahr 1882 und liegt in der Pappenstraße in Neudorf), Gefälle und Zustand geführt.
Die Daten über den Zustand der Kanäle werden dabei aus den Auswertungen von Befahrungen der Kanäle mit einer Kamera, so genannte Kanal-TV-Inspektionen, gewonnen oder bei entsprechend großen Kanälen auch durch Begehungen.

Durch das Kanalkataster mit seiner Fülle an Daten ergibt sich ein Überblick über das Kanalnetz, der die Möglichkeit eröffnet, den Kanal- und Kläranlagenbetrieb zu optimieren.
Ferner können die Daten gezielt ausgewertet werden, um etwa mögliche Schwachstellen im Kanalnetz auszumachen und Maßnahmen zu deren Beseitigung einzuleiten.
Von daher stellt das Kanalkataster ein wichtiges Hilfsmittel dar, um ein Kanalnetz zuverlässig zu betreiben, in einem funktionsfähigen Zustand zu erhalten und bedarfsgerecht zu erweitern. Auf seiner Grundlage werden Sanierungs-, Instandsetzungs- und Neubaumaßnahmen geplant und durchgeführt.