Aktionsplan Klimaanpassung Duisburg

Einleitung

Der Klimawandel ist eine der größten politischen Herausforderungen unserer Zeit. Die Erderwärmung führt bereits jetzt dazu, dass der Meeresspiegel steigt, die Gletscher abschmelzen und extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und außergewöhnlich starke Regenfälle sowie Stürme zunehmen. Wegen der Trägheit des Klimasystems werden sich die Wirkungen der heutigen deutlich höheren Treibhausgasemissionen erst in den kommenden Jahrzehnten bemerkbar machen. Klimapolitik muss deshalb die Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels einbeziehen. Den Kommunen kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Kern der Klimaanpassung ist die Stärkung der Anpassungsfähigkeit natürlicher,gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme an den Klimawandel. Basis für bereits eingetretene Folgen sowie noch zu erwartende Auswirkungen bildet das Strategie-Dreieck:

  • Gefahren und Risiken analysieren,
  • Auswirkungen prognostizieren
  • und Folgen durch Vorsorge und Sensibilisierung minimieren.

Leitlinie hierzu sind ebenfalls Zielvorgaben der Bundes- und Landesregierungen.


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"Aktionsplan Anpassung" zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Das Bundeskabinett hat am 31. August 2011 einen Aktionsplan zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vom Dezember 2008 beschlossen. Die DAS verfolgt das Ziel, die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt widerstandsfähiger gegenüber Klimaänderungen und deren Folgen zu machen.

Der Aktionsplan unterlegt die in der DAS genannten Ziele und Handlungsoptionen mit spezifischen Aktivitäten. Die Erstellung des Aktionsplans erfolgte in enger Abstimmung mit den Ländern und wurde durch einen Dialog- und Beteiligungsprozess mit Kommunen, Wissenschaft und gesellschaftlichen Gruppen begleitet.

Der Aktionsplan Anpassung stellt vor allem Aktivitäten des Bundes in den kommenden Jahren vor, die vier handlungsfeldübergreifenden strategischen Säulen zugeordnet sind:

  • Säule 1: Wissen bereitstellen, Informieren, Befähigen
  • Säule 2: Rahmensetzung durch den Bund
  • Säule 3: Aktivitäten in direkter Bundesverantwortung
  • Säule 4: Internationale Verantwortung

Die Schwerpunktsetzungen des Aktionsplans geben zugleich eine Orientierung für andere Akteure. Neben der Darstellung der bundesseitigen Vorhaben spricht der Aktionsplan beispielhaft gemeinsame Aktivitäten von Bund und Ländern an. Im Mittelpunkt stehen hier das Klimafolgenmonitoring und Frühwarnsysteme. Außerdem gibt der Aktionsplan einen zusammenfassenden Überblick über die Initiativen und Prozesse der Bundesländer zur Entwicklung eigener Anpassungsstrategien und -aktionspläne.


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Der Klimawandel in Nordrhein-Westfalen - Wege zu einer Anpassungsstrategie

Auch die Landesregierung NRW hat keinen Zweifel daran, dass das Klima sich ändert und die Erderwärmung nicht mehr gänzlich aufzuhalten ist. Sie hat deshalb zur Vorbereitung einer politischen Anpassungsstrategie eine Studie zum Thema "Wege zu einer Anpassungsstrategie" erarbeitet. (www.umwelt.nrw.de/ministerium/presse/presse_extra/pdf/klimawandel/klimawandel_anpass ungsstrategie.pdf) In der Studie werden erste, bereits feststellbare sowie künftig abschätzbare Folgen des Klimawandels in NRW für die Bereiche

  1. Bodenschutz
  2. Hochwasserschutz
  3. Wasserwirtschaft
  4. Naturschutz und Artenvielfalt
  5. Landwirtschaft
  6. Forstwirtschaft
  7. Fischerei und
  8. Gesundheit

Um Aussagen zur möglichen zukünftigen Entwicklung des Klimas in NRW zu machen, wurde ein statistisches regionales Klimaszenario für die Großlandschaft in NRW für den Zeitraum bis 2055 errechnet. Bei dem gewählten Szenario zeigt sich eine Erhöhung der landesweiten Jahresmitteltemperaturen bis zu + 1,9 °C. Dabei tritt die Erwärmung in den Wintermonaten bis zu 3 Grad und in den Sommermonaten bis 2,7 Grad gegenüber den Vergleichswerten des Zeitraums 1951 - 2000 ein. Bei den Niederschlägen zeigt sich nur eine geringe, mittlere Erhöhung aber eine weitere deutliche Verschiebung von den Sommer- zu den Wintermonaten. Weiterhin ist zu beachten, dass der Klimawandel in den verschiedenen Landschaftsräumen sehr unterschiedlich auftritt.


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Duisburger Duales Klimakonzept - Teilkonzept Klimaanpassung

Für Duisburg ergäbe sich bezogen auf die Auswertungen des Klimaszenarios des Landes eine Erhöhung des Jahresmittelwertes der Lufttemperatur von 10-12 °C im Zeitraum 1951- 2000 auf 12-13 °C 2055. Wohingegen sich keine Änderung der Jahressumme des Niederschlags bei den Vergleichszeiträumen ergibt. Inwieweit die jahreszeitliche Verschiebung sich auf Duisburg auswirkt, ist der Prognose nicht zu entnehmen.

Klimaanpassungs-Leitlinie
Verminderung der Verletzlichkeit bzw. Erhalt und Steigerung der Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme durch Sensibilisierung, Vorsorge und Handlungs- bzw. Anpassungsstrategien. In Anlehnung an die Ziele der Bundes- und Landesregierungen verfolgt Duisburg die Klimaanpassungs-Leitlinie:


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Grundsätze:

  • Ein Klimawandel findet bereits statt und ist nicht mehr aufzuhalten. Er ist das Resultat von Veränderungen, die über einen langen Zeitraum stattgefunden haben und jetzt sich auszuwirken beginnen. Entsprechend wird es lange dauern, bis die eingeleiteten Prozesse sich verlangsamen oder vielleicht gestoppt werden können. Auf diesen unabwendbaren Klimawandel muss sich die Gesellschaft auf allen Ebenen einstellen.
  • Im Gegensatz zum Klimaschutz sind die Anpassungsstrategien zuvorderst staatliche Aufgaben. Kommunale Anpassungsstrategien sind im Rahmen der jeweiligen eigenen Einflussmöglichkeiten Bausteine der nationalen bzw. internationalen Anpassungsstrategien.

Die Verpflichtung zur Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsstrategien auf kommunaler Ebene basiert vor allem auf folgenden Begründungen:

  • Die Entwicklung von Anpassungsstrategien dient dem Schutz von Gesundheit und Wohlergehen der Menschen, ihrer natürlichen Lebensgrundlagen, sowie der Erhaltung des Wirtschaftssystems und von Sachgüter.
  • Die zu erwartenden Schäden bei der Vernachlässigung von Anpassungsstrategien würden in keinem Verhältnis zum aktuell zu investierenden Aufwand stehen.

Weitere Vorgehensweise Für Duisburg soll nun unter Einbeziehung der Vorgaben auf Bundes- und Landesebene eine Anpassungsstrategie erarbeitet werden.

Die Anpassungsstrategie der Bundesregierung bietet dabei eine Orientierung. Sie ist sozusagen ein Grundstein für einen mittelfristigen Prozess, in dem für Duisburg schrittweise mit anderen Akteuren die Risiken identifiziert, der mögliche Handlungsbedarf benannt, die entsprechenden Ziele definiert sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.


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Verwaltungsinterne Arbeitsgruppe (AG Anpassung)

Zur Erarbeitung des Duisburger Klimaanpassungskonzepts aus den Wirkungen und Maßnahmen der Anpassungsstrategie der Bundesregierung ist im ersten Schritt eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe (AG Anpassung) geplant, in der alle betroffenen Bereiche der Verwaltung vertreten sind. Die Federführung liegt beim Referat für strategische Umweltkoordinierung. Im weiteren Entwicklungsprozesses ist vorgesehen neben der Stadtverwaltung weitere Akteure einzubinden, wie z.B. die Stadtwerke Duisburg AG, Duisport, Logport, IHK, Handwerkskammer, Universität Duisburg-Essen, Landwirtschaftskammer, Krankenhäuser, Ärztekammer, regionale Behörden und Institute.


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Klimawandelanpassungsstrategie für Duisburg

Für eine Ersteinschätzung der Betroffenheit Duisburgs durch den Klimawandel sowie eine Einschätzung der Notwendigkeit von Maßnahmen zur Anpassung erfolgte durch die Klimaschutzkoordinierungsstelle innerhalb der Fachämter der Kernverwaltung sowie bei der Stadtwerke Duisburg AG in der Zeit von September 2010 bis März 2011 eine Abfrage. Die Vorbereitung und Durchführung dieser Abfrage erfolgte mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes in Essen. Bei dieser Abfrage wurden insgesamt 14 Handlungsfelder im Stadtgebiet berücksichtigt. Für jedes Handlungsfeld sollten die Auswirkungen und Betroffenheiten durch den Klimawandel eingeschätzt werden. Weiterhin sollten in Bezug auf vier Wetterextreme (Hitze, Starkniederschläge, Trockenheit, Starksturm) sowie der prognostizierten langfristigen Temperaturerhöhung Hinweise auf Handlungsnotwendigkeiten gegeben werden. Dabei sollten die Einschätzungen sich auf "schon erkennbar eingetretene" und "künftig zu erwartende" Klimawandelauswirkungen sowie die Notwenigkeit von Maßnahmen zur Anpassung in unterschiedlichen Zeitspannen (sofort, kurz-, mittel- und langfristig) beziehen. Mit dem hier vorgelegten Zwischenbericht (siehe Download) wird eine Auswertung der Ersteinschätzungen von Betroffenheiten und möglichem Anpassungsbedarf in Duisburg vorgelegt.