Alle Maße in mir, alle Maße aus mir heraus - Schenkung Heinz-Günther Prager (11. Dezember 2009 bis 31. Januar 2010)

Ab dem kommenden Wochenende präsentiert die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die großzügige Schenkung des Bildhauers Heinz-Günter Prager, die erstmals gemeinsam mit einer Auswahl des Sammlungsbestandes von Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien zu sehen sein wird. Eröffnung der Ausstellung ist am 11. Dezember, 18 Uhr.
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Heinz-Günter Prager, Im Quadrat 4/86 (Ausschnitt), Foto: Jürgen Diemer, (C) VG Bild-Kunst Bonn

Mitte dieses Jahres vereinbarte der Bildhauer Heinz-Günter Prager mit dem Lehmbruck Museum eine großzügige Schenkung: ein Zeichen der Verbundenheit an ein Museum, das 1984 seine erste große Einzelausstellung ermöglichte und mit dem er sich auch seit dem Beginn seiner Kunst eng verbunden fühlt. So wurde etwa die Arbeit "Büste FP 12/67" im Jahr 1971 durch den damaligen Fördererkreis erworben: es war der erste Ankauf einer Skulptur Pragers durch ein deutsches Museum.

Die aktuelle Schenkung umfasst unter anderem die beiden großformatigen, raumgreifenden Stahl- bzw. Bleiskulpturen "Im Quadrat 4/86" (1986, Stahl, 16 x 384 x 384 cm) und "Verbindung I 7/90" (1990, Blei und Stahl, 4,5 x 500 x 84 cm), die im Anbau des Museums präsentiert werden. Die Studioausstellung "Alle Maße in mir, alle Maße aus mir heraus" zeigt bis zum 31. Januar 2010 die Schenkung Heinz-Günter Pragers im Lehmbruck-Trakt gemeinsam mit den Werken Pragers aus dem Sammlungsbestand des Museums. Dieser umfasst mittlerweile über 200 Arbeiten des Bildhauers, von denen alle fünf vorhandenen Skulpturen, alle 60 Zeichnungen, rund 20 Druckgrafiken und 10 Fotografien ausgestellt sind.

Der Künstler arbeitet seit den 1970er Jahren an konzentrierten, raumgreifenden Skulpturen aus Stahl und Blei, die stets das Verhältnis von Betrachter, Raum und Skulptur hinterfragen.
Ausgehend von der Leiblichkeit des Körpers, geht es dem Künstler bei allen praktizierten Kunstgattungen darum, mittels abstrakter Linien, Flächen und Volumina elementare menschliche Wahrnehmungen und Erfahrungen, Haltungen und Bewegungen zum Ausdruck zu bringen. Sowohl gestalterisch als auch inhaltlich entdeckt er darüber hinaus erweiternde Korrespondenzen in Kulturgütern fremder Völker und anderer Religionen.

Heinz-Günter Prager wurde 1944 in Herne geboren, weshalb diese Ausstellung auch vom Lehmbruck Museum als Auftakt zum Europäischen Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 verstanden wird. Der Künstler ist Träger verschiedener Auszeichnungen, etwa des Villa-Romana-Preises und Villa-Massimo-Preises, arbeitet seit 1983 als Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig. Er lebt und arbeitet in Köln und Braunschweig.

Die Ausstellung wird am 11. Dezember 2009 um 18 Uhr im Lehmbruck-Trakt durch den Kulturdezernenten der Stadt Duisburg, Karl Janssen, eröffnet. Der Künstler und Christoph Brockhaus führen in die Ausstellung durch ein einführendes Gespräch ein.

Während der Ausstellung sind verschiedene Kataloge Heinz-Günter Pragers an der Kasse erhältlich.