Ausstellungsdaten

In Kooperation mit der Fondation Alberto et Annette Giacometti

Laufzeit: 31. Januar bis 18. April 2010

Pressekonferenz: Freitag, 29. Januar 2010, 11.30 Uhr

Eröffnung: Sonntag, 31. Januar 2010, 11.30 Uhr

Kuratoren: Gottlieb Leinz und Véronique Wiesinger

Katalog zur Ausstellung

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag, München, 224 Seiten, ca. 230 Abbildungen. Hg. von Gottlieb Leinz und Véronique Wiesinger, mit Beiträgen von Stephan Balkenhol, Christoph Brockhaus, Annamaria Pucci Corbetta, Carol Jacobi, Gottlieb Leinz, Jacques Vistel und Véronique Wiesinger, Museumsausgabe zum Preis von 25 Euro.

Besucherinformationen

Di - Do 11-17 Uhr
Fr 11 - 20 Uhr (Abendöffnung)
Sa 11 - 17 Uhr
So 10 - 18 Uhr
Mo geschlossen

Eintritt: 8 / 5 €
Familien: 15 €
Gruppeneintritt: 5 € p.P.

Alberto Giacometti: Die Frau auf dem Wagen. Triumph und Tod (31. Januar bis zum 18. April 2010)

Ab dem 31. Januar 2010 präsentiert die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum - Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg eine einzigartige Ausstellung zum Werk des Bildhauers Alberto Giacometti (1901-1966). Mit Unterstützung der Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris, dem wissenschaftlichen und organisatorischen Partner des Lehmbruck Museums, werden rund 120 Werke und Fotografien als Leihgaben internationaler Museen und Privatsammler in Duisburg vereint. Jede der Hauptleihgaben ist nahezu unverzichtbarer Baustein der Ausstellung rund um die "Frau auf dem Wagen", die erstmals als Schlüsselwerk der figurativen Neuorientierung des Bildhauers umfassend gewürdigt wird. Gezeigt werden über 30 Skulpturen, ebenso viele Gemälde und Grafiken, mehr als 40 originale Fotografien sowie Dokumente und Archivmaterial.
Großbildansicht
Alberto Giacometti, Frau auf dem Wagen, ca. 1945, Foto: B. Lauer, (c) ADAGP, Paris

Im Zentrum: "Femme au chariot"

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Entstehung und das Umfeld einer singulären Figur, die im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Die 153,5 cm hohe "Frau auf dem Wagen" entstand um 1945 im Atelier des Bildhauers, der während des Krieges in Genf und Maloja arbeitete. Sie ist die einzige Gipsskulptur von Alberto Giacometti in einem deutschen Museum und konnte 1986 dank finanzieller Mittel der Peter Klöckner-Stiftung für das Lehmbruck Museum erworben werden. In Duisburg werden nun erstmals die vier existierenden Fassungen der "Femme au chariot" gemeinsam ausgestellt: der Duisburger Erstfassung werden zwei Gipsfiguren und ein Bronzeguss (1964) zur Seite gestellt.

Die bewegte Oberflächenbeschaffenheit des Duisburger "Originals" veranschaulicht die Handschrift und Arbeitsweise Giacomettis bis ins Detail. Die Bemalung des Gesichts, die Zeichnung von Brauen, Augen und Mund verleihen der Figur einen hoheitsvollen Ausdruck und eine Wirkung von Nähe und Distanz zugleich. Der durchgehende Schnitt im Sockel trennt die massive Plinthe vom unteren, hohl belassenen Kubus und zeigt den wieder korrigierten Versuch des Künstlers, den Sockel vor Ausführung des Bronzegusses zu verkleinern.

Die rechts daneben stehende "Frau auf dem Wagen" ist ein nicht bemalter Vollguss der Figur nach dem Duisburger Werk. Diese Fassung, die ihre dunkle Tönung durch das Auftragen eines Trennmittels erhielt, diente der Gießerei Susse als Vorlage für den 1964 angefertigten Bronzeguss, dessen Exemplar 5/6 als Leihgabe der Staatsgalerie Stuttgart in der Ausstellung zu sehen ist. Die dritte Figur von links, ein vollkommen weißer Gips, wurde vom Gussexemplar abgeformt und in der 1962 im Kunsthaus Zürich stattfindenden Werkübersicht erstmals ausgestellt. Die vier Fassungen der "Frau auf dem Wagen" verdeutlichen gemeinsam das Spannungsfeld zwischen der lebensnahen Verlebendigung der Figur in ihren Gipsfassungen und der gleichsam mumifizierten Erstarrung in der Bronzefassung.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris, statt. Sie wird großzügig unterstützt von der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, dem Ministerpräsidenten des Landes NRW, der Sparkasse Duisburg-Stiftung, Pro Helvetia und weiteren Partnern