Lehmbruck Werkstatt. Bildhauertechniken gestern und heute (verlängert bis 28. Februar 2010)

In der Ausstellungswerkstatt stehen die verschiedenen bildhauerischen Techniken Wilhelm Lehmbrucks im Fokus, die durch praktisches Modellieren, Abbilden und Gießen nachempfunden werden können. Stets ist durch die Verbindung von praktischem Arbeiten in der Werkstatt und der Ausstellung von Exponaten das Atelier als Ort künstlerischen Schaffens präsent.
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Verschiedene Vermittlungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene führen die Vielfalt bildhauerischer Techniken in Ergänzung zur Präsentation des Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks (1881-1919) praktisch vor Augen.

Bildhauertechniken gestern...

Im Zentrum der Ausstellung stehen Hauptwerke des Duisburger Bildhauers Lehmbruck als Skulptur, Modell oder in Zeichnung und Fotografie. Der Rundgang beginnt mit der Gussform der Skulptur "Mutter und Kind", die als Gipsguss aus dem Jahr 1907 fester Bestandteil der Ständigen Sammlung im Lehmbruck-Trakt ist. In der Ausstellungswerkstatt werden neben Zeichnungen Lehmbrucks sowohl eine Positivform der Skulptur als auch Teile der erhaltenen Negativform mit dem Gusskern und -mantel gezeigt, die für eine der zwei Abgüsse der Figur verwendet wurde.

Der "Gestürzte" Lehmbrucks ist ein weiteres Werk, dessen Technik, Materialität, Formgebung und Oberflächenbehandlung anschaulicht gemacht wird. In der Ausstellungswerkstatt befindet sich eine Skulptur im Entstehungsprozess. Besucher sind dazu eingeladen, nach der fotografischen Vorlage der Skulptur in Originalgröße an einem Gerüst in Ton zu modellieren. Hierbei wird insbesondere das Prozesshafte des Arbeitens deutlich. Fotografien, die den Zustand der Figur regelmäßig aufnehmen, werden zum Abschluss der Lehmbruck-Werkstatt ihr Entstehen dokumentieren. Praktisches Arbeiten wird auch nach dem Vorbild der "Kleinen Sinnenden" aus dem Jahre 1910 möglich. In der Ausstellungswerkstatt stehen unterschiedlichste Materialien bereit, mit denen diese Skulptur, die zu den am meisten reproduzierten wie kopierten Werke Lehmbrucks zählt, nachempfunden werden kann.

...und heute

Im Vorfeld der Ausstellung waren 19 zeitgenössische Künstler aufgerufen, sich mit einem Werk Wilhelm Lehmbrucks, dem "Kriechendem Kind", einer kleinformatigen Bronzeplastik aus dem Jahr 1910, auseinander zu setzen. Die Größe der Skulptur, die der eines "Handschmeichlers" nahe kommt, war dabei ebenso ein möglicher Anknüpfungspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung wie das Thema der Bewegung oder das Motiv des Kindes. Diese aktuellen Beiträge, die in einem Regal aus Steinguss des Künstlers Werner Heuser präsentiert werden, stellen Lehmbrucks Werk und Techniken der zeitgenössischen Kunst und ihren vielfältigen Möglichkeiten der Interpretation gegenüber.

Beteiligte Künstler in der Lehmbruck-Werkstatt:
Martina Benz, Tobias Brembeck, Franz Burkhardt, Maria Anna Dewes, Ralf Edelmann, Luka Fineisen, Jáchym Fleig, Ruth Gilberger, Steffi Guse, Werner Heuser, Stefan Kaminski, Gereon Krebber, Evangelos Koukouwitakis, Ulrike Kätz, Dragan Lovrinovi?, Elke Nebel, Andre Schweers, Barbara Wolf, Carl Emanuel Wolff

Zum Vermittlungsprogramm

In der Lehmbruck-Werkstatt finden Führungen und Workshops für Gruppen statt. Thema für Schulklassen ist das Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks in Kombination mit der Arbeit in verschiedenen Gusstechniken, etwa Gips, Wachs oder Blei.

Jeden Sonntag findet in der Lehmbruck-Werkstatt von 11.30 bis 17 Uhr eine Betreuung für Einzelbesucher statt. Hier kann unter Anleitung an der Ton-Skulptur des "Gestürzten", vor der Skulptur der "Kleinen Sinnenden" oder frei im Werkstattbereich zum Werk Wilhelm Lehmbrucks gearbeitet werden.

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre mit Beschreibungen und Abbildungen der Werke von 19 zeitgenössischen Künstlern, 48 Seiten, zum Preis von 4,- Euro. Abbildungsvorlagen "Lehmbruck-Werkstatt".