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Förderer:

Eine Ausstellung der Otto Mueller-Gesellschaft e.V., Weimar, Konzeption und Realisierung: Dr. Hans - Dieter Mück, Apolda

Gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung und mit Unterstützung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Quartalsprogramm

Das aktuelle Quartalsprogramm zum Durchblättern und als Download (PDF).

16. November 2012 bis 24. Februar 2013

"Einfach. Eigen. Einzig": Otto Mueller

Wegbereiter der "Künstlergruppe Brücke" und deren "selbstverständliches Mitglied"

Das Motto - "Einfach. Eigen. Einzig" - dieser Retrospektive bringt in komprimierter Form zum Ausdruck, was nach neuesten kunsthistorischen Erkenntnissen über Otto Mueller und sein Werk bekannt und nachweisbar ist.
Otto Mueller: Stehender Akt mit Dolch (Lukretia), Foto: LehmbruckMuseumGroßbildansicht
Otto Mueller: Stehender Akt mit Dolch (Lukretia), Foto: LehmbruckMuseum

Mueller gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus, und um nachzuvollziehen, welch immensen künstlerischen Einfluss Otto Mueller zeitlebens hat, genügt ein Blick auf das Jahr 1910 — genauer: auf die Begründung für die Aufforderung seiner deutlich jüngeren Kollegen, sich der "Brücke" anzuschließen. Auslöser ist die bereits um 1903 gemalte, lebensgroße Darstellung der mordenden "Maschka als Lucretia". Kein Geringerer als Ernst-Ludwig Kirchner bezeichnet sie in der "Brücke"-Chronik von 1913 als "Cranachsche Venus", die — mit Max Pechsteins Amazone, dem Signet der "Neuen Sezession" in Berlin — Ausdruck und "Kampfbild" einer offensiven und gegen den Konservativismus und das Establishment gerichteten Kunst ist. Diese Lucretia ist nicht nur Muellers Eintrittskarte zur Brücke, sie ist auch die Initialzündung für Kirchners Beschäftigung mit Cranach und dem Venus-Motiv.

Muellers Eintritt in die 1905 gegründete "Brücke" ist für ihn jedoch nicht nur Glücksgriff und Beginn eines regen und wichtigen Austauschs, sie führt auch zu einer lange anhaltenden eindimensionalen Sicht auf den Maler und Lithographen: "'Brücke'-Maler" und "Zigeuner-Mueller" — mit diesen beiden Etiketten wird der 1874 im schlesischen Liebau geborene Mueller über Jahrzehnte abgestempelt und damit die Einzigartigkeit seines Œuvres verkannt. Als Beleg dafür dienen etwa die gerade einmal drei großen Retrospektiven, die Muellers Werk 1931 in Breslau und Berlin, 1957 in Hannover, Bremen, Hagen und Duisburg sowie 2003 in München in den Fokus rücken.

Mit "Einfach. Eigen. Einzig" folgt diesen Rückschauen nun einer der bislang umfassendsten Einblicke in Werk und Leben eines der wichtigsten Künstler des deutschen Expressionismus. Nach Stationen in den Kunstsammlungen Zwickau und der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn ist die Ausstellung vom 16. November 2012 bis 24. Februar 2013 im Duisburger LehmbruckMuseum in nochmals erweiterter Form zu sehen.

Obwohl einige seiner Werke postum auf der documenta 1 (1955) in Kassel gezeigt werden, ist eine angemessene Rezeption Otto Muellers bis heute verhindert worden. Die 2010 gegründete "Otto Mueller-Gesellschaft" in Weimar, die in ihrem ersten "Jahrbuch" zum 80. Todestag des Künstlers 2010 mit manchen Fehleinschätzungen aufgeräumt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse publiziert hat, realisiert diese Ausstellung daher auch, um in komprimierter Form zu zeigen, was nach neuesten kunsthistorischen Erkenntnissen über Mueller und sein Werk bekannt und nachweisbar ist. Mit 140 Werken aus öffentlichem und privatem Besitz — darunter acht aus dem Bestand des LehmbruckMuseums — sowie Archivalien, Dokumenten und Fotografien beleuchtet sie dabei die gesamte Schaffenszeit Muellers von 1902 bis 1929.

Zur Ausstellung erscheint ein umfrangreicher, dreibändiger Katalog mit Abbildungen aller ausgestellten Werke, herausgegeben von Hans-Dieter Mück und Dieter W. Posselt, gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung. Ab November 2012 plant das LehmbruckMuseum zudem eine neue Konzertreihe im Rahmen der Ausstellung. Wie bei der letztjährigen Konzertreihe zur Ausstellung "100 Jahre Lehmbrucks Kniende — Paris 1911" werden die musikalischen Werke eine enge thematische oder künstlerische Beziehung zu den ausgestellten Werken haben.