31. Januar bis 18. April 2010
Alberto Giacometti: Die Frau auf dem Wagen
Triumph und Tod
Jede der Hauptleihgaben ist nahezu unverzichtbarer Baustein der Ausstellung rund um die "Frau auf dem Wagen", die erstmals als Schlüsselwerk der figurativen Neuorientierung des Bildhauers umfassend gewürdigt wird. Gezeigt werden über 30 Skulpturen, ebenso viele Gemälde und Grafiken, mehr als 40 originale Fotografien sowie Dokumente und Archivmaterial.
Um 1945 entstand die annähernd lebensgroße "Frau auf dem Wagen", die im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Sie ist die einzige Gipsskulptur von Alberto Giacometti in einem deutschem Museum, die 1986 dank Mitteln der Peter Klöckner-Stiftung für das Lehmbruck Museum erworben werden konnte und die die Handschrift und Arbeitsweise des Bildhauers bis ins Detail veranschaulicht. Im Vergleich zu den miniaturhaften und fragilen Gipsfiguren, die Giacometti seit den 1930er Jahren bis 1945 ausführte, blieb sie auch die einzige großformatige Arbeit aus dieser Periode figurativer Neuorientierung, während der sich der Bildhauer in Genf und Maloja (1942-45) aufhielt.

In Duisburg werden nun erstmals die vier existierenden Fassungen der "Femme au chariot" gemeinsam ausgestellt: der Duisburger Erstfassung werden zwei Gipsfiguren und ein Bronzeguss (1964) zur Seite gestellt. Diese vier Fassungen bilden das Herzstück der Ausstellung. Um sie herum erschließen sich in Sichtachsen im linken und rechten Ausstellungsbereich jeweils eine herausragende Bronzeplastik. Die hier gezeigten Werke treten in Dialog zum Ausstellungsthema.
Dem Duisburger Werk steht erstmals die Leihgabe des großen "Wagen" (1950) aus dem Museum of Modern Art, New York gegenüber. Anspruch der Ausstellung ist es, die auf ihre Weise vieldeutigen Wagenfiguren in ihrem jeweiligen Werkkomplex vor Augen zu führen und im Kulturvergleich zu deuten. Vor dem Hintergrund der intensiven Beschäftigung des Bildhauers mit früheren ägyptischen oder antiken Hochkulturen als primären Quellen erscheinen auch prähistorische Kultwagen als mögliche Einflüsse Giacomettis.
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm.

Förderer der Ausstellung
Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris, statt. Sie wird großzügig unterstützt von der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, dem Ministerpräsidenten des Landes NRW, der Sparkasse Duisburg-Stiftung, Pro Helvetia und weiteren Partnern.
Katalog
Ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag, München, 224 Seiten, ca. 230 Abbildungen, davon ca. 150 in Farbe, mit allen Texten in englischer Übersetzung auf einer beiliegenden CD-Rom, herausgegeben von Gottlieb Leinz und Véronique Wiesinger, mit Beiträgen von Stephan Balkenhol, Christoph Brockhaus, Annamaria Pucci Corbetta, Carol Jacobi, Gottlieb Leinz, Jacques Vistel und Véronique Wiesinger, Museumsausgabe zum Preis von 25 Euro.
Rahmenprogramm zur Ausstellung:
- Übersicht aller öffentlichen Sonntagsführungen
ab Sonntag, 7. Februar 2010 - "Der Wald von 1950 - ein Schlüsselwerk Giacometttis" (mit Romana Pieper)
Freitag, 26. März 2010, 18 Uhr - "Das große Glück" (mit Gottlieb Leinz)
Freitag, 9. April 2010, 18 Uhr




