Verlängert bis 28. Februar 2010
Lehmbruck-Werkstatt
Bildhauertechniken gestern und heute
Sowohl der experimentelle Umgang des Künstlers mit plastischen Werkstoffen wie Gips und Steinguss, insbesondere mit Farbbeimischungen und Oberflächengestaltungen, als auch sein Malstil wirken heute noch ungewöhnlich und zeitlos.
Die Besucher der Ausstellungswerkstatt können die Eigenschaften der jeweiligen Materialien kennenlernen und künstlerische Techniken in speziellen Workshops erproben.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Hauptwerke des Duisburger Bildhauers Lehmbruck als Skulptur, Modell oder in Zeichnung und Fotografie. Der Rundgang beginnt mit der Gussform der Skulptur "Mutter und Kind", die als Gipsguss aus dem Jahr 1907 fester Bestandteil der Ständigen Sammlung im Lehmbruck-Trakt ist. In der Ausstellungswerkstatt werden neben Zeichnungen Lehmbrucks sowohl eine Positivform der Skulptur als auch Teile der erhaltenen Negativform mit dem Gusskern und -mantel gezeigt, die für eine der zwei Abgüsse der Figur verwendet wurde.
Der "Gestürzte" Lehmbrucks ist ein weiteres Werk, dessen Technik, Materialität, Formgebung und Oberflächenbehandlung anschaulicht gemacht wird. In der Ausstellungswerkstatt befindet sich eine Skulptur im Entstehungsprozess. Besucher sind dazu eingeladen, nach der fotografischen Vorlage der Skulptur in Originalgröße an einem Gerüst in Ton zu modellieren.
Im Vorfeld der Ausstellung waren 19 zeitgenössische Künstler aufgerufen, sich mit einem Werk Wilhelm Lehmbrucks, dem "Kriechendem Kind", einer kleinformatigen Bronzeplastik aus dem Jahr 1910, auseinander zu setzen. Die Größe der Skulptur, die der eines "Handschmeichlers" nahe kommt, war dabei ebenso ein möglicher Anknüpfungspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung wie das Thema der Bewegung oder das Motiv des Kindes.
Diese aktuellen Beiträge, die in einem Regal aus Steinguss des Künstlers Werner Heuser präsentiert werden, stellen Lehmbrucks Werk und Techniken der zeitgenössischen Kunst und ihren vielfältigen Möglichkeiten der Interpretation gegenüber.




