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Factory-Outlet-Center: Bebauungsplanverfahren beginnt

"Das Factory-Outlet-Center bietet den Duisburger Stadtteilen Hamborn und Marxloh eine neue Perspektive", ist Stadtdirektor Dr. Peter Greulich überzeugt. Aber das neue Einkaufszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Rhein-Ruhr-Halle werde auch für die gesamte Stadt Duisburg und das Umland ein neuer Anziehungspunkt sein.
Rhein-Ruhr-HalleGroßbildansicht
Modellentwurf

Durch die Schließung der Rhein-Ruhr-Halle und dem bereits seit mehreren Jahren wegen baulicher Mängel geschlossenen Gebäudes des ehemaligen Stadtbades Hamborn sei eine städtebauliche Neuordnung auf dem für Duisburg-Nord wichtigen Grundstück erforderlich gewesen, so Dr. Greulich. Bereits 2007 wurde die Errichtung eines "Thematischen Einkaufszentrums" auf diesem Gelände im politischen Raum diskutiert.

Mit nur einer Gegenstimme stimmte der Rat der Stadt am 17. Oktober 2011 letztlich dem Aufstellungsbeschluss (Bebauungsplan-Nummer 1179) zur Errichtung des Factory-Outlet-Centers (FOC) durch die Douvil GmbH zu.

Vorausgegangen war ein Vergabeverfahren zum Verkauf der stadteigenen Grundstücke des ehemaligen Hamborner Stadtbades sowie der Rhein-Ruhr-Halle auf Basis eines unabhängigen Verkehrswertgutachtens. Es beinhaltete die Erarbeitung eines Realisierungskonzeptes sowie die Unterbreitung eines Kaufpreisangebotes.

Die Douvil GmbH hat ein Konzept vorgelegt, welches unter Einbeziehung weiterer Grundstücke - wie z. B. die Wohnsiedlung Am Zinkhüttenplatz sowie der geplanten Anbindung Marxlohs in Form eines Stadtboulevards - die wirtschaftlich optimale Basis für die Entwicklung des FOC in Duisburg-Hamborn schafft.

In diesem Konzept finden die nachfolgenden wichtigen stadtentwicklerischen und städtebaulichen Ziele Berücksichtigung:

* Die Bebauung ermöglicht städtebaulich eine Verbindung der beiden Stadtteilzentren Alt-Hamborn und Marxloh entlang der Duisburger Straße/Weseler Straße.

* Die Ansiedlung führt zu einer Stärkung, Verbindung und Aufwertung der Stadtteilzentren und entspricht damit den Zielsetzungen des 2010 verabschiedeten Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes zur Stärkung des Hauptzentrums im Duisburger Norden.


Gelände Factory-Outlet-CenterGroßbildansicht
Gelände Factory-Outlet-Center

* Es trägt bei zur Verbesserung der Einzelhandels-Zentralität und zur Rückgewinnung der oberzentralen Funktion Duisburgs.

* Das architektonisch bauliche Konzept beinhaltet den Erhalt des denkmalgeschützten Stadtbades und leistet einen Beitrag zur Bewahrung des bauhistorischen Charakters. Die geplanten, einzeln stehenden Gebäude und die Fassadengestaltung sollen dem bauhistorischen Erbe des Umfeldes gerecht werden und sich ins Umfeld einfügen.

Durch die Errichtung des Factory-Outlet-Centers müssen jedoch 394 Wohneinheiten in unmittelbarer Umgebung weichen; 50 Wohneinheiten sind heute schon unbewohnt. Die betroffenen Mieter sind bereits schriftlich unterrichtet worden und werden derzeit ergänzend persönlich durch die Wohnungsgesellschaft Immeo über den aktuellen Sachstand und die weitere Entwicklung informiert. Mit etwa 100 Mietern wurden bereits persönliche Gespräche geführt.

Die Einbeziehung dieser Grundstücke erfolgte unter Berücksichtigung nachstehender Aspekte:

* Die Planung wird dem demografischen Wandel Duisburgs gerecht: Die Flächennutzung entspricht der nachhaltigen und an die Zukunft ausgerichteten Stadtentwicklungsstrategie.
* Der Aufgabe von Wohnungen steht allein im Bezirk Hamborn ein Leerstand von 2766 Wohnungen gegenüber. Stadtweit stehen 14 700 Wohnungen leer.
* Es wird ein sozialverträgliches Umzugsmanagement, das der Investor mit Unterstützung des Wohnungsunternehmens Immeo umsetzen wird, eingerichtet.

"Zur Umsetzung dieses städtebaulichen Projektes ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig", erklärt Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilien-Management Duisburg. "Im Rahmen dieses Bebauungsplanverfahrens werden wir ein rechtlich einwandfreies und für unsere Bürger nachvollziehbares Verfahren durchführen, welches die Rechte aller Beteiligten berücksichtigt; dafür stehen wir als Stadt Duisburg gerade. In diesem Verfahren wird es selbstverständlich - wie rechtlich vorgesehen - eine vorgezogene Bürgerbeteiligung geben. Der Bebauungsplan-Entwurf wird dann zu gegebener Zeit öffentlich ausgelegt. Während der Auslegung haben die Bürger Gelegenheit, Anregungen und Bedenken zu äußern. Nach Abwägung dieser Anregungen und Bedenken können diese dann in den Satzungsbeschluss einfließen. Dieses Bebauungsplanverfahren wird in diesem Jahre durchgeführt. Wir gehen davon aus, dass nach unserem Zeitplan der Satzungsbeschluss zum Ende 2012/Anfang 2013 vorliegen wird. Unabhängig vom Bebauungsplan können erste Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten, zum Beispiel am Stadtbad, erfolgen."


Hier finden Sie die vom IMD in Auftrag gegebenen Studien, Gutachten, sowie das Exposé und weitere Informationen: