Zukunftsforscher erläuterte die Methoden des Zukunftsmanagements
Am Dienstag, 21. April 2009 um 19:00 Uhr, fand im Konferenz- und Beratungszentrum "Der Kleine Prinz", der achte und vorläufig letzte Fachvortrag zum Thema "Zukunftsmanagement: Wie können wir unsere Zukunft gestalten?" statt. Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler begrüßten den Referenten des Abends, Dr. Pero Micic, einen international renommierten Experten, der Politik, Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen berät, und die Gäste, zum größten Teil Teilnehmer unterschiedlicher Arbeitsgruppen der Bürgerforen. Adolf Sauerland dankte zunächst den Teilnehmern der Bürgerforen "für das hohe Maß an Engagement und die konstruktive und produktive Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Verwaltung." Auch Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler hob die intensive und engagierte Arbeit der selbstständig organisierten Gruppen hervor: "Die hier praktizierte Form der Partizipation hat Vorbildcharakter für die Zusammenarbeit zwischen Bürger und Verwaltung."
In seinem Vortrag erläuterte Dr. Pero Micic seine Methodik des Zukunftsmanagements, dem so genannten Eltviller Modell. Ziel ist es, eine Brücke zwischen der Zukunftsforschung und dem strategischen Management zu bauen. Diese Methode dient dazu, verlässliche Zukunftsprognosen zu erstellen, die Entscheidern von Wirtschaftsunternehmen, Politik und Verwaltung Hilfestellungen geben. Das Eltviller Modell basiert auf einem systematischen Prozess zur Beschreibung eines tragfähigen Zukunftsmodells. Es bedient sich dabei fünf "Zukunftsbrillen", die jeweils eine unterschiedliche Sichtweise auf die Zukunft ermöglichen. Die Schnittmenge der unterschiedlichen Perspektiven, die sich zusammensetzt aus Annahmen, Chancen, Visionen, Überraschungen und strategischen Planungen, ermöglicht ein relativ sicheres Zukunftsbild. Je mehr Einschätzungen hier einfließen, desto sicherer ist das Bild. Diese Art der Zukunftsbeschreibung ist ein ständiger, immer wieder zu überprüfender und zu korrigierender Prozess, der bei den Beteiligten ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit erfordert. Die Zukunftsbeschreibung für eine Stadt ist dabei ungleich schwieriger als für ein Wirtschaftsunternehmen: "Ein Wirtschaftsunternehmen hat die Aufgabe, mit einem Produkt einen Wunsch beim Kunden zu befriedigen, die Aufgabenstellung einer Kommune ist erheblich komplexer", beschreibt Pero Micic die Schwierigkeit der Aufgabenstellung des Duisburger Zukunftsprozesses "Duisburg 2027". Die Entwicklung von Annahmen in der Gruppe ist dabei eine wichtige Voraussetzung um zu fundierten Ergebnissen zu kommen. Die Vielfältigkeit der kommunalen Anforderungen kann nur für die Zukunft beschrieben werden, wenn eine Vielzahl von unterschiedlichen Annahmen in den Prozess einfließen.
Für die Teilnehmer der Bürgerforen endete mit diesem interessanten Vortragsabend zunächst die Vortragsreihe. Die Arbeitsgruppen werden jetzt ihre Arbeitsergebnisse diskutieren und zusammentragen, genauso wie es die Beteiligen Arbeitsgruppen aus den Fachämtern tun.

