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History


Archäologie und Denkmalpflege in Duisburg - Band 9

Der neue Band der Reihe "Archäologie und Denkmalpflege in Duisburg" bringt mit dem thematischen Schwerpunkt "Neues zum Mittelalter an Rhein und Ruhr" die Neuausrichtung der kommunalen Denkmalpflege deutlich zum Ausdruck. Denn der Blick der beiden Autoren reicht mit ihren Beiträgen weit über die Grenzen der Duisburger Altstadt hinaus.
Titelblatt Band 9 der Reihe "Archäologie u. Denkmalpflege in Duisburg"
GroßbildansichtTitelblatt Band 9 der Reihe "Archäologie u. Denkmalpflege in Duisburg"
Neben der frühen Geschichte der Handels- und Pfalzstadt Duisburg ist der Fokus auf die zwei Ortsteile Huckingen und Mittelmeiderich gerichtet, die mit einem ebenso reichen historischen Erbe wie die Altstadt aufwarten können.

Im ersten Beitrag fasst Volker Herrmann die neuen Forschungsansätze zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Duisburger Altstadt zusammen und bindet diese in die überregionale Geschichtsforschung zum Mittelalter ein. Neue, teils Aufsehen erregende Thesen und Fragestellungen zur Pfalz, Hafen- und Händlersiedlung, aber auch zu den Sakralbauten und zur Stadtbefestigung werden formuliert. Der nächste Beitrag von Volker Herrmann widmet sich den Grabungen in der evangelischen Kirche Mittelmeiderich von 2008. Im Zuge der dortigen Sanierungsarbeiten eröffneten sich überraschende Einblicke in die lange Baugeschichte dieser Kirche. Die Anfänge der späteren Pfarrkirche St. Georg reichen in das frühe Mittelalter zurück. Aus einer kleinen adeligen Eigenkirche entwickelte sich eine großzügig angelegte dreischiffige Basilika. Nach vielen Umbauten wurde sie 1862 durch den heutigen neugotischen Bau ersetzt. In den folgenden drei Kapiteln berichten Volker Herrmann und Mathias Hensch von ihren Arbeiten und Forschungen zu Huckingen. Archäologische Spuren bezeugen eine erstaunlich frühe Gründung des Ortes im frühen 5. Jahrhundert. Damit besitzt der Ort ein ebenso hohes Alter wie Duisburg. Ausgerichtet war Huckingen von Beginn an auf das überregionale Wegenetz, das die beiden ehemaligen königlichen Zentren Duisburg und Kaiserswerth noch heute miteinander verbindet. Besonders intensive Untersuchungen fanden im Steinhof und im dortigen Steinturm statt, über die hier erstmals ausführ-lich berichtet wird. Entstanden ist der Turm, wie erhaltene Holzbalken belegen, im ausgehenden 12. Jahrhundert. Als Steinwerk erfüllte er zunächst Speicheraufgaben im Zusammenhang mit der vorbeiziehenden Straße. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde er herrschaftlich ausgebaut. Davon sind bis heute beeindruckende Baureste im Turm erhalten geblieben, die zukünftig im Rahmen einer musealen Präsentation gezeigt werden sollen. Abgeschlossen wird der Band durch eine Rezension zu einer wichtigen Publikation von E. Cichy über vor- und frühgeschichtliche Siedlungsreste und einen mittelalterlichen Oberhof bei Hamm in Westfalen.

Mit dem neuen Band der Schriftenreihe setzt die Stadtarchäologie konsequent ihre Zielsetzung fort, die Öffentlichkeit zeitnah über neue Forschungen zur Archäologie im Duisburger Stadtgebiet zu informieren. Sichtbar wird einmal mehr das erstaunlich große historische Potential und die hohe Denkmaldichte in der Region im Mündungsgebiet der Ruhr. Es lohnt, die Kräfte in der Bodendenkmalpflege dafür einzusetzen, die archäologischen Quellen vor ihrem endgültigen Untergang zu bewahren und für die Stadtgeschichtsforschung zu erschließen. Doch die Stadtarchäologie braucht Unterstützer und Freunde in allen Teilen der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens, um ihre Aufgaben erfolgreich für alle bewältigen zu können. Der vorliegende Band soll dazu beitragen, das historische Bewusstsein in der Stadt in diesem Sinne zu stärken und zu fördern.

Das Buch kann ab sofort über den Buchhandel (ISBN 978-3-933474-64-3) oder direkt über den Verlag Dr. Faustus (www.verlag-dr-faustus.de) zum Preis von € 29,- bezogen werden.