Jugendbücher
Michael Gerard Bauer: Ismael und der Auftritt der Seekühe
München: Hanser, 2009. 313 S. ISBN 3-446-23374-1.
Der 15jährige Ismael ist in Kelly verliebt, aber viel zu schüchtern, um sie anzusprechen. Eine Einladung zur Geburtstagsfeier von Kellys Freundin Sally scheint eine günstige Gelegenheit für einen ersten Annäherungsversuch zu sein. Aber die Party wird für Ismael zum Fiasko. Orazio, Ismael Freund und selbsternannter "Master of Love", will ihm aus der verfahrenen Situation helfen, aber Ismael ist skeptisch angesichts der irrwitzigen Pläne Orazios. Der Auftritt der "Seekühe", der ehemaligen Band seines Vaters, in Ismaels Schule, verschafft Ismael die Gelegenheit, Kelly und ihre Freundin Sally zum Konzert einzuladen.
In der Fortsetzung seines Buches "Nennt mich nicht Ismael!" schafft es Bauer, witzig, aber mit der notwendigen Ernsthaftigkeit, das Thema Freundschaft und Liebe zu behandeln. Viele werden sich in Ismael wiedererkennen. Ab 12 Jahre.
Rezension: Ulla Leis (Stadtbibliothek Duisburg)
Mirjam Pressler: Nathan und seine Kinder
Weinheim: Beltz & Gelberg, 2009. 257 S. ISBN 978-3-407-81049-6
Vor mehr als 200 Jahren schrieb Lessing das Drama "Nathan der Weise" und die berühmte Ringparabel. Der Konflikt, um den es darin geht, die friedliche Koexistenz der drei großen Religionen, ist heute aktueller denn je und hat absolut nichts von seiner Dramatik und Schärfe verloren. Mirjam Pressler hat eine meisterliche Variante nicht nur für jugendliche Leser ab 14 Jahren geschrieben. Sie lässt 8 Personen aus Nathans Umfeld zu Worte kommen, die Vorgeschichte und Ablauf der Ereignisse schildern. Sie erzählt den klassischen Stoff neu, zeitgemäß, atmosphärisch dicht mit äußerst facettenreichen Charakteren. Sie verändert vieles, fügt neue Personen hinzu, gewichtet anders, bis hin zu einem völlig anderen Ende. Sie lässt das Jerusalem der Kreuzfahrerzeit lebendig werden, die dort lebenden Menschen, Juden, Christen, Muslime und bleibt doch immer dem Original verpflichtet.
Rezension: Sabine Thom (Stadtbibliothek Duisburg)
Hilke Rosenboom: Die Teeprinzessin
München: cbj, 2007. 444 S. ISBN 978-3-570-13089-6
Hamburg 1859. Betty, 15, befreundet mit einer Teehändler- familie, interessiert sich sehr für den Beruf. Sie besitzt die natürliche Gabe am Aroma der Teeblätter die Qualität des damals sehr teuren, kostbaren Getränkes zu bestimmen. Als sich die Gelegenheit bietet, als Junge verkleidet zum Teekauf nach China zu segeln, nutzt sie die Chance. Enttarnt muss sie jedoch in Kalkutta von Bord, reist auf eigene Faust weiter, fällt der Teemafia in die Hände, gelangt nach Amerika und schafft es tatsächlich die komplette Teeladung unversehrt nach Hamburg zu bringen. Der spannende historische Roman mit einer faszinierenden Story vor einer exotischen Kulisse, in dem auch große Gefühle nicht vernachlässigt werden, ist ein echter Schmöker zum Genießen - die gute Tasse Tee sollte dabei auf keinen Fall fehlen.
Rezension: Sabine Thom (Stadtbibliothek Duisburg)



