Veranstaltung Stadtentwicklung im Dialog

Das Diskussionsforum Stadtentwicklung im Dialog fand diesmal im Rahmen der Umwelttage, die unter dem Motto "Kultur und Umwelt" standen, am Dienstag, 08. Juni 2010, vor Ort in Bruckhausen statt.
Die Veranstaltung begann mit einer Führung zu den temporär gestalteten und genutzten Flächen im Rahmen des Projekts Grüngürtel Duisburg-Nord. Evelyn Sucato und Doris Grüning von der EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH sowie Felix Lüdicke von der Künstlergruppe raumzeug erläuterten die Hintergründe der initiierten Zwischennutzungen: bis zur Fertigstellung des im Rahmen des Grüngürtel-Projektes geplanten "Parks vor der Haustür" werden die Grundstücke, auf denen bereits ein Gebäudeabriss stattfand, durch Bewohner mit Unterstützung der EG DU zu nutzbaren Grün- und Aufenthaltsflächen umgestaltet. Leerstehende Gebäude werden als Galerie genutzt und auf Brachflächen finden für einen begrenzten Zeitraum Kunstprojekte statt. So wurde z. B. ein Lesegarten durch die Künstlergruppe raumzeug gestaltet.
Die Zwischennutzungsprojekte sind Teil des Veränderungsprozesses in Bruckhausen und ermutigen die Bewohner an der Gestaltung ihres Stadtteils aktiv mitzuwirken, wie das große Engagement bei der Herrichtung der ersten Brachflächen zeigt.
Die Podiumsdiskussion wurde durch ein Impulsvortrag von der Stadtplanerin Birgit Wend vom Stadtumbaubüro Gelsenkirchen eingeleitet. Die Erfahrungen aus Gelsenkirchen und Berlin zeigen, dass auch für zeitlich befristete Projekte ein langer Atem und eine kontinuierliche Steuerung und Begleitung erforderlich ist, diese sich aber dennoch für die Stadt- und Quartiersentwicklung lohnen. Zwischennutzungen haben in den beiden vorgestellten Beispielen ermöglicht, dass bislang brachliegende Flächen zu nutzbaren Freiräumen für das umgebende Quartier wurden.
Walter Ziegler von der Wohnungsgesellschaft immeo zeigte sich aufgeschlossen gegenüber Zwischennutzungen. Auch Wohnungseigentümer seien daran interessiert, die Bewohner in die Gestaltung ihres Wohnumfelds mit einzubeziehen, wie auch die Unterstützung von immeo bei einer Fassadengestaltung in Bruckhausen im Rahmen eines Schulprojekts zeigt. Mustafa Tazeoglu, der bei der Ruhr.2010 das Projekt Kreativquartiere betreut, ist selbst bei der temporären (Um-)Gestaltung von Stadträumen in Marxloh aktiv und betonte, dass gerade bei schwierigen Rahmenbedingungen ungewöhnliche Ideen ausprobiert werden sollten und das Engagement der Bewohner gefordert sei. Martin Linne, Amtsleiter für Stadtentwicklung und Projektmanagement, machte deutlich, dass zwischen stadtplanerisch erwünschten und nicht erwünschten Zwischennutzungen unterschieden werden muss. Initiativen zur temporären Gestaltung und Nutzung von Brachflächen durch Bewohner und Künstler wie in Bruckhausen seien in jedem Fall zu begrüßen. Die Chancen, die Zwischennutzungen für den Stadtteil aber auch die Bewohner bieten, sollten durch die Stadt möglichst unbürokratisch unterstützt werden.