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History


Partnerschaft zwischen Duisburg & Portsmouth

Es ist das Jahr 1950. Duisburg, durch alliierte Fliegerbomben zum Teil schwer zerstört, hat sich von den Kriegsschäden erholt und fängt an, wieder zu einem Zentrum der Montanindustrie zu werden. Unter Oberbürgermeister August Seeling weiht Duisburg die Duisburg-Rheinhausener Rheinbrücke ein, eröffnet das Stadttheater wieder - und nimmt das Freundschaftsangebot einer sehr ähnlichen Stadt an: Portsmouth in Südengland.

Erste Annäherung nach dem Krieg

Das Fundament für die deutsch-englische Städtefreundschaft legten nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Menschen. Einer von ihnen war Captain Colin Hutchison, der Kommandant der britischen Truppen in Duisburg. Die Briten unterhielten in der Industriestadt eine Garnison, und Hutchison verfügte über persönliche Kontakte zu Stadtoffiziellen in Portsmouth. Sein Vorschlag, dass beide Städte, die im Zweiten Weltkrieg von der jeweils anderen Seite bombardiert worden waren, eine Partnerschaft eingehen sollten, wurde vom Stadtrat in Portsmouth positiv aufgenommen. Am 11. Juli 1950 folgte der Beschluss, der Stadt Duisburg ein entsprechendes Angebot zu machen. Bereits ein Jahr später begrüßte Duisburg den Oberbürgermeister von Portsmouth, Sir Denis. Der Besuch stellte den Beginn einer Tradition dar: Seitdem besucht der jeweils amtierende Oberbügermeister jedes Jahr die Stadt am Rhein, als Zeichen der weiteren Freundschaft und des Respekts.



Der zweite Ideengeber für die Partnerschaft war Fred Nicholson, zu der Zeit Jugendbeauftragter von Portsmouth. Im Dezember 1950 folgte er einer Einladung nach Duisburg, um sich die Stadt anzusehen und über einen möglichen Jugendaustausch zu reden. Der Eindruck der zum Teil immer noch schwer zerstörten Stadt und die Menschen, die sich trotz aller Widrigkeiten am Wiederaufbau beteiligten, sowie die Gastfreundschaft der Vertreter der Stadt beeindruckte ihn sehr. Besonders beeindruckt war er Brite auch von der Jugend in Duisburg, die zusammen mithalf, Wohnungen und Kirchen wieder herzurichten und die für sich Gruppen- und Clubräume errichteten.
 
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Der erste Besuch

Im Sommer 1951 kamen die ersten 67 jungen Duisburger in der 200.000-Einwohner-Stadt an der Küste Südenglands an. In 12 Tagen erwartete sie neben dem Besuch von diversen Jugendorganisationen, Fabriken und einer Schule ein Mittagessen bei dem neuen Oberbürgermeister Albert Johnson, Ausflüge unter anderem nach Salisbury, Stonehenge, London und Winchester und eine Englisch-Deutsche Jugendparade am South Parade Pier. Zum Schluss luden 300 Vertreter von Jugendorganisationen aus Portsmouth die Deutschen zu einem Abschiedsabend mit Tanz ein. Die Portsmouther, die die Besucher "höflich, mit gutem Benehmen und nicht schüchtern" fanden und überrascht waren "von der Häufigkeit, mit der die jungen Deutschen Lieder anstimmen", konnten sich bald ebenso ein Bild von der Gastfreundschaft der Duisburger machen.



Fred Nicholson leitete 1952 eine Gruppe von 50 jungen Leuten in die Stadt am Rhein, wo sie gastfreundlich aufgenommen wurden. Eine Reihe von weiteren Begegnungen folgten, und beim zehnjährigen Jubiläum konnten die Bewohner beider Städte bereits auf eine Vielzahl geschaffener Verbindungen im Bereich der Wirtschaft, der Industrie, Kunst, Musik und zahlreicher anderer Organisationen zurückblicken. Das Band der Freundschaft wird bis heute gepflegt und erweitert.
 
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Städtepartnerschaft als Grundlage für Völkerverständigung

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam überall in Europa die Idee auf, die Völkerverständigung zu verbessern, in dem Gemeinden und Städte internationale Partnerschaften schlossen und über diese einen Austausch zwischen den Menschen bewirkten. Duisburg war die zweite deutsche Stadt, die eine solche Partnerschaft für ihre Bewohner schloss, nachdem 1947 Bristol und Hannover den Anfang machten.



Für die Bewohner der beiden Hafenstädte erschlossen sich aus der Partnerschaft neue, dringend benötigte Perspektiven. Nach Jahren des Krieges, während beide Seiten unter den Bombardements litten und daran gewöhnt waren, die andere Seite als unversöhnliche Feinde zu sehen, konnten sie sich erstmals persönlich kennen lernen und einen Eindruck voneinander gewinnen. In den Jahren danach reisten ganze Schulklassen über den Ärmelkanal, und knüpften freundschaftliche Bande mit Gleichaltrigen. Wirtschaftliche Kooperationen halfen mit, die Industrie in Duisburg wieder aufzubauen, und die Zerstörungen zu beseitigen.



Bis heute stellt die Partnerschaft eines der engsten Bande seiner Art dar, dass den Duisburgern einen freundschaftlichen Kontakt mit ihren britischen Nachbarn ermöglicht und sie voneinander lernen lässt. Die Partnerschaft mit Portsmouth ist ein Garant dafür, dass die einzelnen Länder in der EU nicht gegeneinander sondern zusammenstehen.



Benjamin Manigk