EU fördert arbeitssuchende Absolventen
Ein Hochschulabsolvent hat es in der heutigen Zeit nicht immer einfach. Vor allem Absolventen der Gesellschafts- und Geisteswissenschaften bleiben bei der Arbeitssuche oft auf der Strecke. Die EU stellt nun Gelder für Weiterbildungsmaßnahmen bereit, damit die Arbeitssuchenden, ihre Fähigkeiten erweitern können.
Arbeitsplatzgarantie für Akademiker?
Man sollte annehmen, dass ein gut ausgebildeter Akademiker nach dem Studium auch eine Stelle findet. Dies gilt aber, wenn überhaupt, für Ingenieure oder Naturwissenschaftler. Zuweilen werden sie durch große Firmen direkt von der Universität abgeworben. Doch in den Bereichen der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sieht es anders aus. Die Suche nach dem Einstieg in die Arbeitswelt gestaltet sich oft schwierig, manche bleiben trotz unzähliger Bewerbungen über lange Zeiträume arbeitslos. Die EU fördert diese Branche nun, indem sie Geld für Weiterbildungsmaßnahmen bereitstellt. Hierdurch sollen vor allem Absolventen der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften durch das Erlernen der relevanten wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte an Praxiserfahrung gewinnen.
EU stellt Gelder bereit
Die EU stellt in einem Fonds für regionale Entwicklung Gelder bereit, die je nach Einteilung der Regionen in Ziel 1 - 3 Gebiete verteilt werden. Dies geschieht um eine angemessene Strukturpolitik in den schwächeren Bereichen der EU zu garantieren. Das Ruhrgebiet gehört zu den sogenannten Ziel 2 Regionen. Diese Ziel-2-Maßnahme soll Gebiete mit Strukturproblemen, wie z.B. mit einer hohen Arbeitslosigkeit, finanziell unterstützen.
Die Expansion des Kultursektors
Der Kulturbereich ist in den letzten Jahren immer zentraler im Ruhrgebiet geworden. Viele der stillgelegten Zechen wurden in Kulturstätten umgewandelt und auch die Ernennung Essens für das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt 2010 trägt dazu bei, dass dieser Sektor immer wichtiger für die Einwohner der Region wird. Aus diesem Grund werden viele neue Köpfe gebraucht, die ihre eigenen Ideen verwirklichen können.
Weiterbildungsträger erkennt Zeichen der Zeit
Die frankepartner GmbH ist ein ortsansässiger Weiterbildungsträger, welcher in diesem Jahr zum ersten Mal die "Praxisqualifizierung Kulturmanagement" anbietet. Diese soll vor allem arbeitssuchende Hochschulabsolventen der Gesellschafts- und Geisteswissenschaften fördern, gibt aber auch Quereinsteigern eine Chance. Die Kosten für den Aufwand der frankepartner GmbH, sowie die monatliche Mehraufwandsentschädigung von 120€ für die Teilnehmer wird durch den Europäischen Strukturfond finanziert. Die Maßnahme besteht aus einer fünfmonatigen Vollzeitschulung, in der die für den Bereich Kultur erforderlichen "soft skills" sowie die notwendigen kaufmännischen Voraussetzungen gelehrt werden, die nicht Teil des Geistes- bzw. Gesellschaftswissenschaftlichen Studiums sind
Von der Theorie in die Praxis
Nach Beendigung der Theorie folgen fünf Monate Praxis zur Integration in den Arbeitsmarkt. Anders als oftmals bei Praktika während des Studiums, wird hier sehr darauf geachtet, dass die Teilnehmer dort Projektverantwortung übernehmen. Das angestrebte Ziel soll es sein, dass die Teilnehmer von den Betrieben im Anschluss übernommen werden. Doch auch wenn dies nicht der Fall ist, stehen sie nicht mit leeren Händen dar. Jeder Teilnehmer erhält ein detailliertes Zertifikat über die theoretischen und praktischen Lerninhalte. Da die frankepartner GmbH bei vielen Firmen bekannt ist, wird ein solches Zertifikat hoch angesehen und bietet weitere Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg.
Monika Chmielecki (28) ist in Duisburg aufgewachsen und hat vor einem Jahr ihren Abschluss in Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr Universität Bochum gemacht. Durch ihre weitgreifende musische Tätigkeit und einem allgemeinen Interesse an Kultur, war es immer ihr Ziel in dem Kultursektor zu arbeiten. Trotz guter Abschlussnote, diversen Praktika und einem Bewerbungstraining, blieb die Arbeitssuche nach einer Vielzahl von Bewerbungen in verschiedenen Bereichen erfolglos. Durch eine Freundin erfuhr sie von der Praxisqualifizierung Kulturmanagement und bewarb sich mit Erfolg. Seit nun einem Monat nimmt sie an der Maßnahme teil und hat zwei Dinge festgestellt. Erstens, dass sie oft unterschiedlich und vor allem falsch auf den Arbeitsmarkt vorbereitet wurde und zweitens, dass Kulturmanagement für sie das richtige ist. In einem Folgeartikel werden wir von ihren Erfahrungen bei der Praxisqualifizierung berichten.
Jennifer Stachowiak
Jennifer Stachowiak


