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History


"Skulptur des Dialogs"

Christlich-islamische Frauengruppe setzt neue Aktzente

"Nur wenn wir miteinander reden, können wir uns kennen lernen. Nur wenn wir uns öffnen, können wir einander verstehen. Gemeinsam haben wir Vorurteile abgebaut, sind uns nahe gekommen und haben nebenbei Freundschaften entwickelt. Wir sehen uns nicht mehr als Deutsche oder Türkin sondern als Mensch."

Diese Erkenntnis ist innerhalb der christlich-islamischen Frauengruppe Duisburg-Marxloh gereift. Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben Frauen aus der Diyanet Moschee-Gemeinde und Frauen aus der evangelischen Kirchengemeinde Marxloh gemeinsam an einer "Skulptur des Dialogs" gearbeitet. Das Thema, das die Gruppe sich selbst gegeben hatte, lautete: "Mein Traum - unsere Zukunft". Man traf sich ein Mal im Monat, abwechselnd in den Räumen der Moschee oder innerhalb kirchlicher Einrichtungen. In ständigem Austausch untereinander entstand im Laufe der Zeit das Grundgerüst der "Skulptur des Dialogs".

Der Ratinger Künstler Yildirim Denizli unterstützte die Frauen bei der künstlerischen Umsetzung der Entwürfe.

Enstanden ist eine Stahlskulptur von rund vier Metern Höhe, die den Marxloher Skulpturenweg auf der Wolfsbahntrasse (Ecke Warbruckstraße, zwischen Feld- und Elisenstraße) um ein ausdruckstarkes Kunstwerk erweitert. Die feierliche Enthüllung fand unter großer öffentlicher Anteilnahme am 2. Juli 2005 statt.

Ziel der Begegnungen der Frauen war es vor allem, Respekt und Akzeptanz für den gegenseitigen Glauben aufzubringen und Gemeinsamkeiten durch ein gemeinsames Projekt zu stärken. Als besonderes Anliegen wurde auch der Abbau von Vorurteilen formuliert, der sowohl bei Christen als auch Muslimen existiert.

Während der Begegnungen konnten die Frauen viel über die andere Religion lernen. Es wurden Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede, sowohl im religiösen als auch im alltäglichen Leben aufgezeigt. Durch einen Vortrag über den Koran und das muslimische Leben, während des traditionellen Fastenbrechens in der Zeit des Ramadan (Iftar-Essen) oder bei der Feier eines evangelischen Gottesdienstes mit muslimischer Beteiligung wurden die gemeinsamen Wurzeln beider Religionen verdeutlicht. Auch ein ganztägiger Workshop über Ängste und Sehnsüchte und Seminare über berühmte Frauen im Christentum und im Islam trugen zum Thema bei.

Innerhalb der Frauengruppe ist eine besondere Vertrautheit gewachsen. Berührungsängste wurden abgebaut und so genannte "Eye to Eye"-Gespräche möglich.

 
Einweihung
 
Das von der EG DU begleitete und mit öffentlichen Mitteln aus dem Programm "Soziale Stadt" geförderte Projekt ist eingebettet in den gesamten Entwicklungsprozess des Stadtteils. Der religiöse Hintergrund, die Tradition und die Werte der Menschen werden von der EG DU als ein bedeutsamer Faktor der Stadtteilentwicklung definiert und in die Maßnahmen einbezogen. Im Zuge dieser Aktivitäten konnten erstmals Kontakte zwischen der Diyanet Moschee-Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde vermittelt werden.

Ziel des Projekts war u.a., den interreligiösen und interkulturellen Dialog in Marxloh zu fördern, zu vertiefen und für die Öffentlichkeit sichtbar zu verankern - ein Austausch, der aus den Gemeinden selbst erwächst und nachhaltig ist.
 

 

 

 

 
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